Donnerstag, 15. November 2018

ein Genius


Ein neues Genie im APC: Der 14 jährige Hendrik entdeckt seine Talente.
Vor 2 Jahren hatte er mit Klarinette zu spielen begonnen. Ende des Jahres wurde er bereits in ein Klarinettenquintett aufgenommen, in welchem er die Bassklarinette meisterte.
Letzten Januar begann er mit Oboe, was ich ihm nicht empfahl, da er sich besser nur auf die verschiedenen Klarinetten spezialisieren sollte. Doch er wollte unbedingt Oboe lernen, da ihm dieser spezielle Ton gefiel. So übte er täglich eine Stunde Oboe. Heute hat er bereits  die für Grade 3 bestimmten Musikstücke mitsamt den Tonleitern bestanden.
Gestern rief er mich, um sein Haufenstück anzuhören. Ich glaubte meinen Ohren nicht richtig, als er mir in perfekter Handhaltung eine schöne Melodie mit Begleitung vorspielte.
Ich fragte ihn, wie er es mit der Schule habe. Seine Antwort war:"Kein Problem, sie ist für mich nicht das Wichtigste; denn ich möchte einmal Musiker werden.!"
"Wenn Du nie zu rauchen, zu trinken und nie unter den Gruppenzwang der Strassenjungen gerätst, werde ich Dir zu einer Karriere verhelfen." Ich mich überzeugt, dass es sich bei Hendrik zu investieren lohnt.
Er kennt seine Eltern nicht und wächst bei einer Tante auf. Dass er oft Hunger leidet, sieht man ihm an. Oft tun sich Kinder und Jugendliche, denen es nicht gut geht, zusammen und erfinden kriminelle Ideen, wie sie zu Geld und Essen kommen können. Letzten Endes landen sie im Gefängnis.
Als ich ihn fragte, wie er den Weg zum APC gefunden habe, antwortete er verlegen, dass ich einigen Ice creme gekauft hätte, und dann habe er sich einfach unter diese Gruppe gemischt.
Heute ass er bei mir Spaghetti. Morgen wird er eine Haufenstunde erhalten.

Mittwoch, 14. November 2018

Für das APC ist heute Weihnachten


2 übergrosse Kisten mit 39 Musikinstrumenten hatte Peter Brunner, Sekundarlehrer und Musiker aus Berg , dem APC zukommen lassen.  Peter Brunner war genau vor einem Jahr als Volontär für Brassleiter und Lehrer im APC tätig.  Zuhause angekommen, musste er nicht lange überlegen, wie dem APC geholfen werden konnte. Er lud im letzten September Willem vom Musikrepair Workshop in die CH ein, wo er sich im Musikinstrumentenbau weiterbilden konnte. Zu dieser Zeit sammelte Peter verschiedenste Musikinstrumente, die wir heute in diesen grossen Kisten erhielten.
Eine  ganze Schar Kinder und Lehrer versammelten sich wie hungrige Löwen um diese Kisten und zogen bereits die Plasticplombierungen weg. Da zeigte sich Willem mächtig und erklärte, dass er derjenige sei, der die Kisten zuerst öffnen dürfe; denn er habe schliesslich in der CH gelernt, was Ordnung sei; und er begann zu organisieren: Die Sekretärin muss mit dem Inventar-Ordner herkommen. Dann organisierte er weiter: Andreas musste ein Instrument um das andere auspacken und kontrollieren; der nächste Lehrer musste die eingravierten Nummern, die Fabrik- Namen der Sekretärin zum Aufschreiben vorlesen; der nächste Spieler packte das Instrument wieder ein und übergab es dem nächsten Lehrer, der es zuerst mal in den Safe versorgte.
Fröhlich, aber bestimmt, rief Willem, dass diese Instrumente erst an Weihnachten benutzt werden dürfen. Für Aussenstehende schien es , als ob er der Leiter des APC wäre.
Ich finde so eine Haltung grossartig; das gibt mir Zuversicht, dass ein gutes APC auch ohne mich sich weiter entwickeln kann.
Ich habe dem ganzen Geschehen nur zugeschaut und mich gefreut.
Das ist ein Beispiel, wie Volontäre und Volontärinnen nachhaltige Arbeit leisten.

Montag, 12. November 2018

Neuer Chef, d.h. neuer Treasurer ind Superweiser zugleich

Ein in ganz Namibia berühmter Mann wird wahrscheinlich unser Ersatz für Hans Leu.
Er war Direktor einer grossen Mine für Kupfer, Sober, Gold und viele wichtigen Metalle und Edelsteine. Tausende von Arbeitern hatte er verwaltet.
Nun sind alle im APC dankbar, dass wir so eine starke Persönlichkeit in Tsumeb für diesen anspruchsvollen Posten fürs APC finden konnten.
Der Stadtpräsident war vor Freude ausser sich ihm sagte, dass dieser Mann sich fürs APC entschieden hat.
Als ich am Nachmittag etwas später ins APC kam, traf ich eine ungewöhnliche Stille an. Ich dachte, dass wegen der grossen Hitze niemand gekommen sei. Doch da wurde ich überrascht, als ich kurz nachschaute: In jeder Hütte wurde fleissig unterrichtet. Die Lehrer schienen wieder motiviert zu sein, und keine Angst war mehr in ihren Gesichtern zu interpretieren. Einige fragten mich , ob es tatsächlich wahr sei, dass dieser Herr (Name darf vor der Wahl nicht auf Papier bekannt gegeben werden) der Nachfolger von Hans Leu werden wird.
Ich war so froh, dass sich die lange, etwas melancholische Stimmung in frohen Fleiss umgewandelt hat. Alle waren wirklich fleissig, nur bei mit schlich sich eine Müdigkeit ein; denn ich schlief beim Piano Unterrichten einfach ein.

Sonntag, 11. November 2018

Chefwechsel und neue HOD Leute

Dieses Wochenende war nicht leicht so wie für die Chairperson wie auch für alle 32 Beteiligten.
Die APC Lehrer und alle Angestellten vom APC Tsumeb kamen zusammen, um die jährliche  Generalversammlung abzuhalten.
Zuerst war die Weiterbildung aller Angestellten, gehalten von der Chairperson des Bordes, die zwar beinahe 2 Stunden zu spät kam und telefonisch mitteilte, dass ich den Weiterbildungskurs beginnen soll , bis sie da sei; denn ihr Auto fahre zu langsam, von Walvisbay bis Tsumeb.
Dann folgte die Bordmeeting mit nur 4 Personen, was schnell über die Bühne ging; denn der frühere Minen Direktor, der gerne den Posten des verstorbenen Hans Leu übernehmen würde.
Es wurde sehr lebendig, als es darum ging, wer der Sitz vom Chef Hans Leu einnehmen könnte.. Gute Vorschläge kamen, vor allem von jenen, sie schon seit der Gründung des APC dabei waren.

So werden wir in 2 Wochen zusammenkommen, um den Namen des neuen Chefs bekannt geben zu können

Sonntag, 4. November 2018

Pech für das APC


Der Steinhauer Nesto aus Zimbabwe kam letzte Woche ins APC mit dem Ziel, unsern Kindern das Handwerk für Steinhauer Kunst zu lehren. Kaum hatte er seine mitgebrachten Figuren im APC aufgestellt, rief mich einer vom Immigrations Office an, diesen Kerl unmittelbar zurückzusenden; denn er hätte keine Arbeitserlaubnis. So fuhr er nachts die 1900 km wieder nach Harare zurück.
Hirnverbrannt, diese neue Regelung; denn die Volontäre und Volontärinnen kommen ja her, um die Qualität unserer Lehrer zu verbessern. Sie werden keinem Namibier die Arbeitsstelle wegnehmen und werden nicht einmal einen Lohn empfangen.
Ich fuhr extra zur nächsten Immigrationsstelle, um meinen Standpunkt darzulegen. Da sei nichts zu machen, meinte der Mann hinter dem Pult, bedankte sich für mein Kommen und fügte hinzu: Gesetz sei Gesetz.

Ich werde in meine Heimat zurückkehren.

Es gibt hier auch kluge Politiker und Geschäftsleute in den Städten, die sagen, dass sie nach ihrer Pensionierung (mit 60) in die Heimat zurückkehren wollen, z.B. in die Steppe oder in den Busch oder zum Kavangofluss oder auch in die Wüste; denn da gäbe es die richtige Nahrung und ihr Fettbauch werde wieder verschwinden.
Da kam ein Minister und bat um den Bauplan eines APC Hauses. Er war begeistert über die traditionelle Form der Hütten. Nach der Pensionierung wolle er auf seinem alten Grund im Busch draussen solche Hütten für sein weiteres Leben bauen. Er fügte dann noch bei, dass er das APC ein wenig unterstützen werde.
Hoffentlich!

Uralt und noch kerngesund




Thumb hält jedes Jahr zu Beginn des Novembers das berühmte Kupfer Festival. Unser APC Orchester wurde zur Eröffnung eingeladen. Die stundenlangen Reden der Politiker waren inhaltlich gut aber viel zu lange in dieser Hitze.
Neben den vielen Plastik Kitsch Ständen der Chinesen gab es die traditionellen Nahrungsmittel der Owambos (nördl.Volk Namibias) zu kaufen. Ich kaufte wie immer von allen Sorten etwas. Zuerst vom Affenbrotbaum (Baoba) das weisse Innere der Frucht,  das nicht nur gut schmeckt, sondern die beruhigende und dennoch heitere Stimmung nach dem Kauen sofort bewirkt.
Diese Affenbrotbäume sind hier zum Glück seit alters her geschützt, z.B. gibt es eine Regel: Wer ein solcher Baum umbringt oder nur auch ein Nebenast davon abhackt, der wird es durch den Tod eines seiner Familienmitglieder bereuen. So stehen heute noch zahlreiche Baoba Bäume im Norden Namibias, in einem ist sogar eine Hochzeitskapelle in der Stammhöhle eingerichtet.  Oder hier auf dem Bild dieses 3000 Jahre alten Baumes kann man den Eingang in eine Bar sehen. Es ist sehr kühl darin.
Daneben kaufte ich den goldgelben Harz eines anders Savannen Baumes, das man lutscht, und das sehr angenehm schmeckt, so etwa nach "Gummibärli", aber ohne Zucker. Danach spürt man für lange Zeit keinen Hunger, aber ein unheimlicher Drang nach viel Wasser.
Ich kaufte noch weiter: Eine ganze Büchse voll Amarulla Nüsse, Steppenhirsen Mehl und die an der Sonne getrockneten Sauerampfer als Gemüse.
Ich begegne noch oft sehr alten Leuten, die schätzungsweise um die 90 bis 100 Jahre alt sind, aber unter keiner Krankheit leiden. Kein Wunder,wenn sie sich das Leben lang so ernähren!
Leider trifft dies nur noch bei jenen Menschen zu, die auf dem Lande bleiben. Zu viele hauen in die Städte ab, wo sie meinen, sich modern zu geben und die dreckig ölige amerikanische Junk -Ketten -food zu kaufen oder auch zu stehlen, wenn kein Geld vorhanden ist. Schade, diese Leute vegetieren mit Krankheiten weiter, die ihre Grosseltern nicht kannten. Sie sterben oft sogar vor ihren Grosseltern.