Dienstag, 18. April 2023

Der Stumme sagt "Papa!"

 Ein junger San von einer Farm begab sich nach Tsumeb und durchquerte das elende Blechhüttenviertel, wo er seine jüngere Schwester, welche eine Schule in Tsumeb besucht, anzutreffen.Als seine Schwester ihn kommen sah, rannte sie freudig zu ihm. Doch sie war geschockt:"Mein Bruder kann nicht mehr sprechen und sieht nur traurig zu Boden."

Sie brachte ihn ins Spital. Die Aerzte untersuchten ihn. Da sie keine Anzeichen von Schlägen sehen konnten, brachte ihn jemand in ein grossen Spital im Norden. Auch dort fanden die Aerzte nichts an Gewalt. 

Er wurde zum Sozialamt nach Tsumeb gebracht. Die Sozielarbeiterin kam mit ihm ins APC zu einer Musiktherapie Sitzung. Danach fragte ihn Dr. Robi, den Mund so weit wie möglich aufzutun. Die Zunge konnte er nicht bewegen. Dr. Robi empfahl ihm, morgen wieder ins APC zu kommnen. Da begann der junge Mann zu lächeln und nickte. 

Da er nie zur Schule gehen konnte, war es für ihn auch nicht möglich aufzuschreiben, was passiert war.

Tagsdarauf kam er wirklich, legte sich auf das Soundbett, und wir begannen die Sitzung Musiktherapie. Als die Harfe ertönte, sah ich, dass er tiefer zu atmen begann, und dann schloss er seine Augen.

Nach dieser Sitzung befahl ihm Dr. Robi, Papa zu sagen und schaute ihm tief in die Augen, kam ihm näher und befahl laut Papa zu sagen; da sagte der Patient "Papa!" Seine Schwester, welche die Musiktherapie mit Interesse verfolgte, verriet uns, dass ihr Bruder während der letzten Nacht schlafen konnte, das erste Mal seit dem Spaziergang durchs Armenviertel.

Morgen wird der Patient wieder kommen, und Dr. Robi ist überzeugt, dass die Zunge die Befehle des Gehirns wieder aufnehmen und bewegen  kann.

Dienstag, 11. April 2023

Ein 4 jähriger Kampf is endlich gewonnen.

 Direkt gegenüber des APC liess ein früherer Stadtrat, der wegen Korruption vom Präsidenten aus dem Parlamenbt geworfen wurde, eine 2 stückige Saufbar aufstellen, in der Hoffnung , viel Geld zu machen.

Es erschienen nie viele Kunden; denn der Bumm Bumm Lärm war viel zu laut. Der Lärm ging oft bis 04 Uhr morgens, und niemand in der Nachbarschaft konnte mehr schlafen. Und das APC WAR AM MEISTEN IN MITLEIDENSCHAFT GEZOGEN WORDEN. Abends war es kaum mehr möglich, auf den Musikinstrumenten zu üben.

Wir sammelten Unterschriften, brachten sie Anwälten, Regional Councilars, dem ganzen Stadtrat, wir brachten sie dem Magistratsgericht, auch die 2 Gerichtsverfahren halfen nichts.

Erst als ich dem Stadtrat aufzeigte, wieviel Kriminelles um diese Bar passierte, nahm die neue Stadträtin die Sache ernst, und so wird diese Woche die Bar von der Polizei geschlossen werden.

Wir können endlich nachts wieder üben und alle Nachbarn wieder schlafen.

Montag, 10. April 2023

Besonderer Krieg in Namibia

Während ich am Hohen Donnerstag noch unterrichtete, wurde mir das Cellphone, das ich jeweils zum Stimmen der Harfe brauchte, während dieser Stunde gestohlen.. 

Ich begab mich in den MTC Store, um das Cellphone blockieren zu lassen Hier wurde mir von einer netten Dame mitgeteilt, dass  sie es nur tun könne, wenn ich zuerst von der Polizei einen kriminellen Report vorweise. So suchte ich den Posten auf, fand aber dort 5 Damen und einen sehr dicken Mann, alle in Uniform und Pistolen an ihren Cellphones, sie schauten Fussball. Ich grüsste freundlich, niemand nahm Notiz von mir; dann grüsste ich lauter, auch das half nichts, bis ich endlich schallend HALLO rief. Da bemühte sich eine der Damen zum Schalter, und ich teilte meine Sache mit. Sie suchte wie eine Blinde nach einem Ausfüllformular. "Hier ist es, und hier ist mein Passport," sagte ich ihr. Dann schrie sie zu den andern hinter ihr, wer den Kugelaschreiber gestohlen habe. "Schreiben Sie mit meinem Kulli"!und überreichte ihn höflich; sie schrieb malend meine Personalien vom Passport ab, was ziemlich lange dauerte. Ich bat sie, das Formular zu stempeln, was sie mit voller Wucht tat.

Ich brachte das Formular ins MTC Office. Hier wurde mir erklärt, dass dieses Formuöar ungültig sei, weil die Kriminal-Nummer nicht auf dem Blatt erscheine.

So fuhr ich zum Posten zurück. Inzwischen hatte sich eine Schlange von Leuten vor dem Schalter gebildet. Ich musste geduldig hintenan stehen. Nach gut einer halben Stunde bat ich die Polizei Dame, den Case oben auf den Rand zu nummerieren, was sie verweigerte; denn sie mache doch keine Fehler. Das Formular sei richtig.

Nach der Rückfahrt zum MTC, bat ich die Dame, der Polizei anzurufen, damit sie die fehlende Nummer doch bitte aufschreiben möchte. 

Ich fuhr wieder zurück, überging die wartende Schlange und bat entschuldigend um die erforderliche Nummer und den Stempel neben diese Nummer, okay.

Dann brachte ich das Formular wieder zur MTC. Hier wurde festgestellt, dass die Polizei die Unterschrift und den Namen nicht hingeschrieben hatten.

Nochmals fuhr ich zurück. Da verlangte ich den Chef, der die Dame ausschimpfte und fragte, ob sie jemals eine Schule besucht hätte. Die Dame am Schlter begann mit ihm zu streiten. Da rief ich:"Bitte, ich bin in Eile." Da unterschrieb sie endlich, und ich bedankte mich für die schöne Handschrift.

Zurück im MTC! Hier wurde mir erklärt, dass wegen der kommenden Feiertage mein Cellphone erst in 5 Tagen blockiert werden könne.

So verlor ich 2 Stunden an kostbarer Arbeitszeit. 

Abends hörte ich vom Nachtwächter, dass in Tsumeb keine Stunde vergeht, ohne dass jemand wegen eines Cellphones zusammengehauen und ausgeraubt werde; denn die Jugend hat Hunger.  Der Flüchtling aus dem Kongo, der neben mir stand, erklaärte uns, dass in seinem Land (Kongo) kaum etwas gestohlen werde; denn sollte jemandem ein Cellphone weggerissen werden, würde geschrien, und alle Umstehenden liefen herbei und würden ihm einen Pneu um den Hals legen und ihn bei lebendigem Leibe verbrennen. Zufrieden lachend erklärte er uns, dass ihnen in der DRC (Demokratischen Republik Kongo) nichts gestohlen werde.

"Aber warum bist Du denn Flüchtling hier in Namibia, wenn Euch nichts gestohlen wird?" forderte ich ihn heraus. "Weil mich die Rebellen erschiessen wollten!" Ich fragte ihn, ob denn die Ausbeutung der Bodenschätze kein Diebstahl sei. Das sei etwas ganz anderes, meinte er; und er erklärte weiter, dass man den Drahtziehern  in Amerika, Europa und China keine Pneus überziehen und sie dann anzünden könne; denn diese seien nicht zu sehen.

Nach dem Sonnenuntergang sieht man kaum mehr Menschen hier auf der Strasse; denn niemand ist mehr sicher, von Jugendlichen abgeschagen und ausgeraubt zu werden. Viele wünschen sich wieder die Zeit vor der Unabhängigkeit zurück, wo man sogar nachts die Haustüre offen stehen lassen konnte. 

Das lässt mich tief nachdenken; doch sicher ist, dass unser APC Kindern und Jugendlichen hilft, Arbeit zu verschaffen.

Der Wille ist hier oft grösser als das Können

 

An jedem 2.Samstag Nachmittag will der Tanlehrer für alleAPC Kinder einen Filmnachmittag
durchführen,um mit den 5.-N$ ( Euro 0.40) einen kleinen Gewinn für das APC zu erwerben und zugleich die Kinder vom schlechten Einfluss der Strasse fern zu halten. Viel Kinder erschienen und brachen auch die erforderlichen Rappen; aber der gut gemeinte Fimvorführer konnte keinen Film zeigen, da ihm das Kabel für den Projekter fehlte.
Was tun ? Die Kinder haben bezahlt und wollen bleiben.
So kam jemand auf die Idee, die Harfenspielerin, die im Nebenraum übte, in den Filmsaal zu rufen, um sie hier vor den Kindern üben zu lassen, was sie auch sofort tat .
Während 2 Stunden sassen die Kinder im Saal,wiegten sich im Rhythmus zu den Harfentönen und waren zufrieden, besonders als alle am Schluss eine Reihe von einer Schokolade erhielten.




Samstag, 8. April 2023

Für ein Brot ein Oboenkonzert

 

Diese 4 jungen Musiklehrer spielen eigentlich gut, könnte aber besser tönen, wenn sie etwa im Magen zu verdauen hätten,.
Die langaushaltenden Töne lassen sie extra fallen und klagten etwas verschmitzt: "Hätten wir kein Loch im Magen, könnten wir schöner spielen!"
Das ist eine afrikanische Art zu betteln. Doch ein Brot haben sie verdient


Wenn die Bäume singen

Als ich am Hohen Donnerstag einen Kontrolldurchgang durchs APC machte, hörte ich von oben Flötentöne. "Gute Idee!"rief ich den flötenspielenden Kindern zum tönenden Baum hinauf.
Einige Klassenräume sind überfüllt, und so erfinden Kinder neue "Schulräume".
Wenn man hier Kinder wirklich Kinder sein lässt, sind sie unbefangen und sehr kreativ. Sie lernen schneller, weil sie sich frei von Druck fühlen und stolz auf ihre Erfindungen sind.

 

Sonntag, 2. April 2023

geniales Spielmaterial

 

Während Stunden sitzen Kinder in Gruppen auf dem Boden und bauen imit LEGO hr Traumhaus, ihren Parkplatz mit Fahrzeugen, setzen sich selber als Figürchen in ihr Gebilde und sprechen dazu interessante Geschichten. Sie lieben solches Spielen und erscheinen täglich, auch an Feiertagen beten sie um Einlass.
Hier fühlen sie sich geborgen und können ihrer Fantasie freien Lauf lassen, was ihnen im Alltag zur positiven Entwicklung weiterhilft