3 Tage lang ist jedes Jahr in Tsumeb ein Kupfer-Festival.
Der Organisator fragte das APC, die Eröffnung mit den Marimba und Tänzern zu gestalten und zwischen den Reden der Politiker etc. Musik zu spielen; die Gemeinde Tsumeb werde N$ 5'000.- einbezahlen, doch ich bestand drauf, dass das Doppelte eibezahlt werden müsse: denn das APC lebe von Sponsoren. Die Gemeinde könne diesen Betrag nicht bezahlen, aber dafür werde das APC einen Gratisstand zum Verkauf von Kunstwerken etc. erhalten., meinte er. So war ich nun einverstanden.
4 Lehrer vom APC brachten den sog. Gratisstand sehr dekorativ in Ordnung, er war der 3. Platz am Haupteingang, und erst noch direkt neben dem Polizei Stand, so waren wir geschützt, aber die meisten Besucher gingen diesen Weg nicht so gerne, vielleicht aus Ehrfurcht vor dieser Macht. So verkauften wir sicher weniger als erwartet; aber alle Holzelefanten, Halsbänder mit gesundheitswirkenden Halbedelsteinen und den Aloe Vera Saft, den wir am Tag zuvor herstellten, konnten wir verkaufen. Der Erlös des Verkaufes betrug heute Abend N$ 1500.-.
Die Nachmittage waren mit Kindern gefüllt, von denen jeder 2. Bub ein Plastik Gewehr in der Hand hielt. Viele Mädchen banden sich rosarote Plastik Ohren ueber den Kopf; sie sahen aus wie Hasen, und viel Plastik Zeug, billig: Alles aus China.
Nur wenige Stände verkauften verkauften einheimische Kultursachen wie Körbe, Hirse Mehl, gedörrte Raupen und Affenbrotbaum -Früchte.
Ein Verkaufsstand aus Kenia war fuer mich interessant. Hier wurden farbenpraechtige Baumwollkleider zu günstigen Preisen verkauft. Alle Kleider waren nass: denn der starke Platzregen, der von einem Wirbelwind horizontal durch die Verkaufsstände getrieben wurde, machte alles nass. Die Verkäuferin rief mit verzogener Miene in Swahili, dass Gott da sei. Ich fragte sie, was. Gott mit diesem Festival hier zu tun habe. "Gott ist da auf Besuch und wird den Wind lahmlegen". Ich bezahlte das blaue Kleid, und nach einer Weile hörte es auf zu blitzen, donnern und regnen. Die Strassen dampften und heizten wieder.
Nach Sonnenuntergang müssen alle Kinder "heim" gehen. Und danach beginnen die Gläser und Bierflaschen zu klirren. Die Polizei hat nun Hochbetrieb. Es wird gesoffen, gestohlen, gekämpft und betrogen.
Das Heulen der Ambulanzwagen war unüberhörbar.
Am Montag werden die Zeitungen Bilanz ziehen.