Während ich in Otjiwarongo den Wagen parkierte, sah ich, wie ein ca. 5 jähriger Bub unweit vom Auto zu Boden fiel und sich nicht mehr rührte. Ein junges Mädchen weinte und wollte ihn aufheben, doch es schien keine Kraft mehr zu haben; denn es war bis zum Skelett abgemagert. Eine ebenso dünne Frau, ziemlich sicher die Mutter der beiden, setzte sich neben den Jungen. Ein Passant sah dies und streckte der Frau schnell eine Flasche mit Wasser hin:"Take it!" Sie lispelte:"Merci beaucoup!" Dann legte derselbe Mann ein Brot hin und ging.
In Namibia spricht man kein Französisch, aber das müssen Flüchtlinge aus dem Kongo sein; denn unweit hinter der Stadt Otjiwarongo befindet sich in der Wüste das Flüchtlingslager OSIRE. Alle Flüchtlinge, die irgendwo in Namibia leben, müssen sich vom 20. April bis zum 15. Mai in Osire zeigen; denn aus Sicherheitsgründen muss Namibia immer wieder kontrollieren, wo ihre Flüchtlinge sich aufhalten. Das ist gut so; aber was denn, wenn sie keine Arbeit finden und im OSIRE Camp bleiben müssen?
Im Camp ging es den Flüchtlingen gut; denn das Essen, die Betreuung etc. wurde vom UNHochkommissariat für Flüchtlinge bezahlt. Doch seit Trump erklärt hatte, dass Amerika keine Flüchtlingslager in Afrika mehr unterstützen wird, ist die Nahrung in Osire ausgegangen.
Es leben etwas 9'000.- Flüchtlinge (die meisten aus dem Kongo) in OSIRE.