Der 5 jährige Shabane sass heute bei mir. Ich lud ihn zum Essen ein. Es gab Reis und Salat. Ich wusste, dass er ein Flüchtling aus dem Kongo ist. Sein Essverhalten verriet mir seine vornehme Abstammung. Bevor er er etwas auf dem Esstisch berührte, wusch er seine Hände. Nach dem Trocknen setzte er sich und hob nur seine Hände bis zu den Knöcheln auf den Tisch. Als ich ihm geschöpft hatte, nahm er die Gabel mit der rechten Hand und häufte Reis mit dem Messer der linken Hand auf die Gabel. Er lächelte und dankte, befor er die Gabel in den Mund schob.
Ebenso tat es die Mutter. Sie erzählte mir auf Französisch ihre Herkunft:
Der Vater war ein König im Osten des Kongo. Als die Rebellen ihn zwingen wollten, mit einigen andern Männern und Jungen ihnen zu folgen, sgte er : NEIN! Daraufhin wurde er erschossen und rücklings auch ihre Brüder. Sie rannte wie sie nur konnte weg, nichts als weg; andere rannten mit ihr. Ein Lastwagen fuhr alle bis zur Grenze nach Sambia, wo alle eine Toilette aufsuchten; einige fielen hin. Es dauerte lange, bis sie wieder in einen Lastwagen steigen durften. Dieser brachte sie an die namibianische Grenze, nach Katima Mulilo in das Aufenthalts-und Untersuchungslager.
Nach Abklärung ihrer Herkunft etc. durften sie mit einem Bus nach Osire weiter reisen. Osire liegt in der Wüste. Es sind zur Zeit etwa 9'000 Flüchtlinge im Lager und hungern oft. Die Polizei fordert sie auf, irgendwo in Namibia Arbeit zu suchen, um überleben zu können; denn Amerika unterstützt seit Trump die Flüchtlingslager in Afrika nicht mehr, und Namibia hat das Geld nicht, um sie alle richtig zu ernähren.
So fand ich die Mutter mit dem Sohn im APC, als sie nach Arbeit fragte. Ich nahm sie zu mir .
Sie ist sehr fleissig, pflegt den Garten und hilft im APC, wo sie nur kann. Alle haben sie gerne. Sie bedankt sich für jede Kleinigkeit und lächelt.