Samstag, 18. April 2015
Die "gefährliche" Trompete von Willi Grünenfelder
Früher, d.h. vor 20 Jahren, konnte ich noch mit einer 2m hohen Giraffe als 3. Handgepäck in ein Flugzeug steigen. Und heute ist nur noch 1 Handgepäck erlaubt. So versuchte ich am 10. April im Flughafen Frankfurt aus den 3 Handgepäcken, die ich aus der Schweiz mitbrachte, nur 2 zu machen. Nach langem Aus - und Einpacken entstand ein einziges Gepäck. Doch bei der 3.Durchleuchtungskontrolle merkte ich, dass die Trompete nicht mehr da war und rannte dorthin zurück, wo ich meine Paketverkleinerung vornahm. Da sah ich die Trompete umgeben von Polizisten. Die schauten ernst und etwas verwirrt drein. Ich drängte mich zur Trompete vor und erklärte, dass dieses Paket mir gehöre. Als ich aufgefordert wurde, dieses Ding da zu öffnen, traten die Männer etwas zurück und wiesen Passanten Abstand zu nehmen. Eine Weile wurde es sehr still. Dann entstand ein erlösendes Gelächter, als die goldene Trompete zum Vorschein kam.
Donnerstag, 16. April 2015
Meine Strasse
Nun bin ich wieder zurück in Afrika. Ich flog nach 12 Jahren das erste Mal wieder in die Schweiz zu einer familiären Beerdigung.
Am nächsten Tag nach der Rückkehr lief ich wie gewohnt von meinem Haus ins APC. Zuerst fiel mir dieser Abfallkübel auf. Ich hörte in der Morgendämmerung das Rollen des Abfallkübels; schaute aus den Fenster und sah 2 Frauen verschwinden. Ich wusste, dass sie nach Nahrung suchten; sie mussten mich hinter dem Fenster gesehen haben und rannten aus Scham weg. Die Hungernden suchen nachts die Mülleimer auf. Auch die Räuber schleichen nachts hier vorbei.
Heute morgen sangen einige Strassenkehrer in schönen Harmonien und schoben dabei ihre Besen im Takt vorwärts. Als ich lachte , hoben sie die Besen hoch und wünschten mir einen schönen Tag. Mittags schlarpten Hunderte von blau uniformierten Schülern müde vorbei in Richtung Soweto, dem Armenviertel zu. Am Nachmittag hüpften Kinder und spielten Fussball mit Konservenbüchsen, und dazwischen hupten die Autos. Gegen Abend fuhren die Streifenwagen der Polizei und der verschiedenen Nachtwächterfirmen vorbei und taten so, als ob sie damit die Räuber vertreiben könnten. Nachts hörte ich Stimmen von vorbeilaufenden Menschen mit ihren Handys, einige schrien laut ins Telefon; denn die oder der Angerufene wohnt ja sehr weit weg.
Diese Nacht ging ich nicht ins APC, sondern musste beim Kaffee trinken die Unterschiede der Strassen in Chur (CH) und dieser in Tsumeb auf Papier bringen. Zwei Welten, die nicht zu vergleichen sind.
Am nächsten Tag nach der Rückkehr lief ich wie gewohnt von meinem Haus ins APC. Zuerst fiel mir dieser Abfallkübel auf. Ich hörte in der Morgendämmerung das Rollen des Abfallkübels; schaute aus den Fenster und sah 2 Frauen verschwinden. Ich wusste, dass sie nach Nahrung suchten; sie mussten mich hinter dem Fenster gesehen haben und rannten aus Scham weg. Die Hungernden suchen nachts die Mülleimer auf. Auch die Räuber schleichen nachts hier vorbei.
Heute morgen sangen einige Strassenkehrer in schönen Harmonien und schoben dabei ihre Besen im Takt vorwärts. Als ich lachte , hoben sie die Besen hoch und wünschten mir einen schönen Tag. Mittags schlarpten Hunderte von blau uniformierten Schülern müde vorbei in Richtung Soweto, dem Armenviertel zu. Am Nachmittag hüpften Kinder und spielten Fussball mit Konservenbüchsen, und dazwischen hupten die Autos. Gegen Abend fuhren die Streifenwagen der Polizei und der verschiedenen Nachtwächterfirmen vorbei und taten so, als ob sie damit die Räuber vertreiben könnten. Nachts hörte ich Stimmen von vorbeilaufenden Menschen mit ihren Handys, einige schrien laut ins Telefon; denn die oder der Angerufene wohnt ja sehr weit weg.
Diese Nacht ging ich nicht ins APC, sondern musste beim Kaffee trinken die Unterschiede der Strassen in Chur (CH) und dieser in Tsumeb auf Papier bringen. Zwei Welten, die nicht zu vergleichen sind.
Dienstag, 17. März 2015
Gottesdienst auch ohne Mauern
In der Halbwüste draussen unter dem Schatten zweier Bäume hält Hans Leu am Sonntag Morgen einen Gottesdienst. Ich selber war nicht dabei, doch hatte Monika, die Übersetzerin vom English ins Oshiwambo, knipste dieses Bild für mich. Doch leider erst, als die meisten Besucher schon gegangen sind.
Doch das Bild gibt immerhin einen Eindruck, wie es am Sonntag Morgen in vielen afrikanischen Kirchen steht. Kirchenmauern sind nicht so nötig, doch eine gut geführte Gemeinde kommst auch unter Bäumen gerne zusammen.
Doch das Bild gibt immerhin einen Eindruck, wie es am Sonntag Morgen in vielen afrikanischen Kirchen steht. Kirchenmauern sind nicht so nötig, doch eine gut geführte Gemeinde kommst auch unter Bäumen gerne zusammen.
Das saubere Trinkwasser zieht an??
An diesen ungewöhnlich heissen Tagen schätzen wir alle im APC das saubere, kühle Trinkwasser, das wir meistens, je nach vorigem Geld, mit Sirup anreichern. Im Vordergrund die jüngsten Kinder der Pre-Primary Music Education. Hinten überwacht ihre Lehrerin Rauna, dass dieses Trinken geordnet zu und her geht. Hat eine Klasse (z.B. Flöte) fertig getrunken, wird die nächste Klasse gerufen. So wird das Trinken zu einer geordneten Zeremonie, was die vielen Jugendlichen sehr schätzen. Ob es dieses köstliche Nass ist, das die Kinder und Jugendlichen ins APC lockt, weiss ich noch nicht. Gestern zählte ich bereits 44 Kinder im Jugendorchester, was für den 22 jährigen Dirigenten Taleni eine grosse Herausforderung bedeutet, vor allem, wenn er versucht, den Karneval der Tiere von CamilleSaint Saens einzuüben.
Mittwoch, 4. März 2015
Grösstes Kinderorchester in Namibia
Jeden Montag und Mittwoch kommen 35 Kinder abends von 17°° bis 18°° auf der APC Bühne zusammen, um im grössten Kinderorchester Namibias Musik zu spielen. Das jüngste Kind ist 8 Jahre alt. Mit 16 Geigern ist so ein Orchester schon gut besetzt. Der 22 jährige Dirigent Taleni Udeiko ist da auch recht herausgefordert; denn um höchste Konzentration von Kindern abzuverlangen, braucht es viel Vorbereitungsarbeit.
Im 2. Orchester des APC's sind 20 Jugendliche, dirigiert vom 17 jährigen Ronaldo Kandume.
Hinten in der Mitte ist die Volontärin Judith Waldschütz aus Wien sichtbar.
Sie war letzten Sommer für einige Wochen hier und wird dieses Jahr wieder kommen, um ihr wertvolles Können anzubieten.
Wir hören täglich viel Schlechtes über Namibia. Doch hier im APC Tsumeb überwiegt das Gute, und dank den Spendern und Spenderinnen aus Österreich und der Schweiz kann so etwas möglich gemacht werden, wo über kulturelle Erziehung sehr viel Verantwortung für das Gute im Menschen gefördert werden kann.
Im 2. Orchester des APC's sind 20 Jugendliche, dirigiert vom 17 jährigen Ronaldo Kandume.
Hinten in der Mitte ist die Volontärin Judith Waldschütz aus Wien sichtbar.
Sie war letzten Sommer für einige Wochen hier und wird dieses Jahr wieder kommen, um ihr wertvolles Können anzubieten.
Wir hören täglich viel Schlechtes über Namibia. Doch hier im APC Tsumeb überwiegt das Gute, und dank den Spendern und Spenderinnen aus Österreich und der Schweiz kann so etwas möglich gemacht werden, wo über kulturelle Erziehung sehr viel Verantwortung für das Gute im Menschen gefördert werden kann.
Dienstag, 3. März 2015
Hochleistung
Mit grosser Mühe fand ich um 17°° endlich der Luxus SPA am Luxus Hügel in der Hauptstadt Windhoek, wo wir, d,h, die 4 Harfenengel und der Cellospieler die 4 Harfen aus dem Auto luden .und im Garten des grossen SPA aufstellten. Leute sassen in Badetüchern an noblen Tischen und warteten gespannt auf das Harfenspiel. So begannen wir zu spielen und immer wieder wurde geklatscht. Das ging so ca. 3 1/2 Stunden lang. Die Leute sassen immer noch da, und ich hoffte, dass jemand mal sagen würde: Gute nacht, es ist jetzt genug. Doch niemand tat dergleichen; unsere Fingerkuppen taten weh nach diesem langen Spielen ohne Pause. Ich entschied mich für ein Ende und dann packten wir alle Instrument wieder ein und fuhren zu einer Pension zur Übernachtung. Kurz nach dem Eintritt in die Pension ging das Licht aus. Wie Blinde tasteten wir die Treppen hoch ins Schlafzimmer. Das Einschlafen in dieser Hitze und dicker Luft war mühsam. Zum Frühstück gabs ein Buffet mit kläglicher Auswahl und Kaffee wie Abwaschwasser. Zu guter Letzt musste ich mit der Polizei drohen; denn die Kassiererin wollte den 4 fachen Zimmerpreis vom Vereinbarten ablausen. Die Foto gibt Einblick in unser Fahrzeug: Die grosse Harfe schön mit Bettdecken eingepackt, und so konnten die Mädchen unter und neben der Harfe weiterschlafen bis nach Tsumeb.
Montag, 2. März 2015
Fehler behoben, Wasserpumpe läuft
Der Himmel täuscht wieder kommenden Regen vor: Das ist alles nur wie ein Geiz: Gegen Mittag, wo die Hitze am grössten drückt, steigen Wolken auf, man hofft, und dann kommt plötzlich ein Windstoss und alles ist wieder blau.
In einem Klassenzimmer von Ondundu, wo Gideon es nun fertig gebracht hat, die richtigen Männer zu finden, welche die mit schwarzem Sand verstopften Wasser-Leitungen im Boden zu reinigen und zu flicken. Dann konnte er die Wasseraufbereitungsanlage fertig einrichten. Und nun freuen sich die Kinder über das endlich gut schmeckende, keimfreie und arsenfreie Wasser trinken zu können.
Schüler aus dem langen Heimweg um die Mittagszeit.
Gut, dass sie vor dem Heimmarsch noch frisches Wasser trinken konnten. So mögen sie wieder lachen, auch wenn der Weg so lang und heiss ist.
In einem Klassenzimmer von Ondundu, wo Gideon es nun fertig gebracht hat, die richtigen Männer zu finden, welche die mit schwarzem Sand verstopften Wasser-Leitungen im Boden zu reinigen und zu flicken. Dann konnte er die Wasseraufbereitungsanlage fertig einrichten. Und nun freuen sich die Kinder über das endlich gut schmeckende, keimfreie und arsenfreie Wasser trinken zu können.
Schüler aus dem langen Heimweg um die Mittagszeit.
Gut, dass sie vor dem Heimmarsch noch frisches Wasser trinken konnten. So mögen sie wieder lachen, auch wenn der Weg so lang und heiss ist.
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