Sonntag, 1. März 2015

Wertvolles Wasserprojekt aus dem Sarganserland

 Gideon aus dem APC centre, genauer aus der APC Musikinstrumenten repare Werkstatt, installiert eine Wasserfilteranlage im Schulhaus in Ondundu, der ärmsten Schule in der Gegend. Das ist nun die 5. Wasseraufbereitungsanlage, die Gideon in den verschiedensten Schulhäusern in Tsumeb installiert hat. Hier in Ondundu hatte er allerdings grosse Probleme; denn es verstopfte beim Durchlass von Wasser die Leitungen.
Was konnte das sein?
Hier: Die offizielle Wasserleitung brachte mit dem Trinkwasser diese grossen Sandkörner, welche aus der naheliegenden Kupfermine kommen. Diese arsenhaltigen Körner im Trinkwasser!
Gideon hatte schliesslich die Gemeinde beauftragt, die Hauptleitung zu reinigen. Auf die Frage der Gemeinde, wer er denn sei, sagte er ganz einfach: Die Stimme der Kinder, die ein Anrecht auf sauberes Trinkwasser haben.
Nun wird die Leitung gereinigt und der Anschluss kontrolliert.
Nochmals besten Dank für den Bazaar -Adventstag, den die gemeinde Mels CH im letzten Jahr für diese Wasseraufbereitungsanlagen so erfolgreich durchgeführt hatte. Allen voran Birgit Bartholet, die den Bazar geleitet hatte.

Hitze und Wasser

Den ganzen Tag über die grosse Hitze, und gegen Abend steigt mit den Wolken die Hoffnung auf den langersehnten Regen. Doch ein plötzlich aufkommender Wind weht innert Minuten das vielversprechende Weiss weg, und der ganze Himmel blendet wieder mit dem Blau, das man langsam zu hassen beginnt. Schon seit Monaten geht es so. Die immergrünen Bäume verlieren das saftige Grün und verfärben sich langsam in braun.
Die Maisfelder der Farmer sind trotz künstlicher Bewässerung braun geworden. Das Vieh beginnt zu sterben. Die Owambos geben den Kühen in der letzten Hoffnung Zeitungen und Kartonschachteln zum fressen; denn Gras gibt es keines mehr. Ihre stiebenden Felder konnten nicht mehr bestellt werden. Heute erzählte mir eine Frau aus Zimbabwe, dass es bei ihnen in Bulawayo noch schlimmer aussehe. Bei der Durchfahrt nach Namibia hätte sie gesehen, dass die sonst stets grüne Zambesi Region  ausgetrocknet sei, keine Kornfelder mehr! Ud dann fügte sie hinzu, dass in ihrem Haus das Wasser abgestellt wurde, weil der Mietsherrn die Wasserrechnung nicht mehr bezahlt hatte. Sie bat mich um Trinkwasser.

Sonntag, 22. Februar 2015

Demokratisierung beginnt im Kindesalter

Freitag Abend  um 17°°, All die Kinder und Jugendlichen , welche am Freitag Nachmittag  Lektionen in Musik, Malen und Tanzen erhielten, versammelten sich für das sogenannte Schülermeeting, das jeden Freitag von einem andern Lehrer oder Lehrerin geleitet wird.  Die Schüler können sich frei äussern über die vergangene Woche, bringen Vorschläge, wie das APC besser durchgeführt werden könnte und was  besonders gut war. Hier wird gerade über den Brief diskutiert, den ich ihnen für ihre Eltern in die Hände drückte. da kommen auch Fragen wie:"Wem kann ich ten Brief geben; denn ich habe keine Eltern mehr?" oder !ich kann den Brief nicht heimbringen, weil zuhause niemand lesen kann." oder :"Meine Mutter ist aus Angola und versteht weder afrikaans noch english.." etc.

Samstag, 21. Februar 2015

APC sucht namibianisches Einkommen

Die verschiedensten Minen in und um Tsumeb haben neu geöffnet und damit vielen Menschen wieder Arbeit verschafft. So kommen Experten und viele andere Arbeiter nach Tsumeb und suchen zuerst eine Unterkunft, was sehr schwierig ist.
In der heutigen Board (Verwaltungsrates des APC)-Sitzung suchten wir nach Ideen, wie wir die Zukunft des APC finanziell sicher stellen können. Ein folgender Vorschlag wurde ernst angegangen. Wir haben ein Lehrerhaus ca. 5 km weit vom APC entfernt am Rande der Stadt. Das billige Aspest-Haus gibt nicht viel her; doch der Boden rund herum ist sehr gross. Die Idee kam auf, dieses heruntergekommene Asbest Haus abzureissen und auf dem grossen Areal einige Häuser zu mauern, die wir zu guten Preisen vermieten könnten. Aus diesen Mieten könnten wir das APC in der Zukunft finanziell retten.
Die Frage ist nur:  Wer gibt uns eine Donation für das Bauen einfachste, aber  einfachen und soliden Backstein Häusern?

Mittwoch, 18. Februar 2015

APC Arbeiter(innen) Team

Von links nach rechts h. R.:
Willem, Co-worker im Musikrepare workshop
Rauna: Hauptlehrerin in der Pre Primary Musik Education
Johanna aus Feldkoch, die hier als Freiwillige Geige unterrichtet
Taleni: Trompetenlehrer und Leiter des Anfängerorchesters
Ronaldo: Hilfslehrer  für Geige und Leiter des APC Orchesters
Dalla : Hilfslehrer für Cello
Annackey: APC Sekretärin
Silja: Cellolehrerin, tätig für 4 Wochen als Freiwillige aus der CH,
Kelly: Spielleiterin
Bongani: Neuer Versuch als Cello Lehrer
Harry: Lehrling beim Zeichnungslehrer, Selma: Hilfslehrerin für Sopranflöte (dahinter noch einer, der gar nicht dazu gehört), Gideon: Musikinstrument reparer und Instandhalter des APC und Lehrerhäuser,
Elifas: Lehrer für Klarinette und Saxophone , (sitzend vorne von l. n. r.) Peter: Zeichnungslehrer (Sohn der vielen Kühe, wie er sich nennt), Ndeshi:Hifslehrerin für Blockflöte, (Hinten) Kathrins: Kontrolleurin der Stundenplaneinhaltung und der Namensschilder etc., Fessi: Hilfslehrer für Gitarre,
Junias: Lehrer für Gitarre und Marimba, Selma: Lehrerin für Harfe, Klavier und Geige, Sylvie: Freiwillige aus der CH, und Lehrerin für Geige und Musik Theorie

Abschiedsstimmung

 Das ganze Arbeiterteam feierte gestern Abend den Abschied der beiden Freiwilligen Silja und Sylvie, welche knapp ein Monat hier Geige und Cello unterrichteten. Wenn uns die Freiwilligen nach ihrem Einsatz verlassen, wird der Abschied mit einem afrikanischen Festessen gefeiert, d.h. mit gegrilltem Fleisch. Da bin ich gezwungen, Tellerservice zu machen, ansonsten würden die ersten 5 bis 7 Stück Fleisch in ihre Teller und in die Hosentasche schieben, und die Letzten hätten dann nichts mehr. Nach dem Essen wurde gestern viel Musik gemacht.
Interessiert hörten die Jungen der Musik zu, und anschliessend, natürlich nur mit vollem Magen, holten sie ihre Instrumente aus dem APC und begannen selbst zu musizieren, meist wurde improvisiert: Einer begann mit einer Melodie, und dann setzten die andern gekonnt ein. Es entstand eine schöne Stimmung, auch ohne Alkohol, doch mit kreativem Musizieren.
Das war eine wertvolle Erfahrung: Die Jugendlichen kommentierten dieses Fest als friedlich und einmalig schön.
Gut, dass es das APC gibt, sonst wären sie sicher ein Teil der arbeitslosen Jugendlichen, die nachts in den Bierbuden herum hängen.

Dienstag, 17. Februar 2015

So helfen wir uns halt selbst

Als ich heute nachmittag den Kontrollgang in jede Musikhütte machte, begegnete ich unerwartet einer Gruppe kleiner Mädchen, die Querflöte spielte. Auf meine Frage, woher sie denn diese Flöten geholt hätten, antwortete eines in keckem Ton:"Wenn wir schon keine Lehrerin für Querflöte bekommen können, helfen wir  uns halt selber!" Das stehende Kind im roten T-Shirt, das vor einem Jahr mal einige Stunden erhalten hatte, zeigt seiner Gruppe, wie man B und A spielt. Ich schaute eine Zeit lang zu und war erstaunt über die Fähigkeit dieser Kinder: Sie lasen gemeinsam die Anweisungen im Buch, um sie dann genau anzuwenden.