Dienstag, 12. Juni 2012

Weiterbildung für die APC Lehrer/innen

Am letzten Wochenende führte Hans Leu (zur Zeit Psychologe und Theologe in Otjiwarongo einen Weiterbildungskurs für die APC Musik-Lehrer und Lehrerinnen aus Tsumeb durch.
Es ging darum, wie sie die Gruppenlektionen effektiver und  freundlicher gestalten können.
Ich war sehr erstaunt, wie diese Jugendlichen trotz der ungewöhnlichen Kälte von morgens bis abends ganz konzentriert und aktiv dabei waren.
Am Montag sagten sie mir, dass das Essen das Beste war und dann die guten Ideen und Gedanken von Hans Leu.

Wie ich heute beobachten konnte, trug dierser Kurs bereits Früchte:
Die Lehrer und Lehrerinnen waren mit vollem Eifer am Unterrichten.

Samstag, 9. Juni 2012

Stolzer Hauseigentümer

Der 12 jährige Jackson ist Dank einer Spende von Tita Trüb aus Zürich und Luzia Haslebacher aus Sargans zu einem Hauseigentümer geworden. Er wohnte 3 Jahre bei mir, und als seine Mutter letzten Dezember starb, hatte er den Eindruck, für all seine 8 weiteren Geschwister verantwortlich sein zu müssen und brachte die 5 jüngeren Schwestern zu mir in der Hoffnung, dass ich sie ebenfalls beherberge. Das ging natürlich nicht, da ich weder Platz noch Geld noch Zeit dafür hatte. Ich versuchte sie alle im SOS Kinderdorf unterzubringen, aber auch dieses war überfüllt. Auch die Sozialarbeiterin winkte ab, und so blieb mir nichts anderes übrig, als sie in die Blechhütte der verstorbenen Mutter zurück zu bringen. Doch als wir da ankamen, waren das Wellblechdach und die Eingangstüre bereits gestohlen worden. Was nun? Ein Hilferuf in die Schweiz, und kurz danach sendeten Rita und Lucia je sfr. 1000.-, womit ich wenige Tage danach im Armenviertel ein kleines gemauertes Haus mit einem Umschwung vom Onkel eines Musiklehrers kaufen konnte.
In diesem Haus gibt es sogar elektrischen Strom. 2 grosse Matrazen geben Platz für die Kinder. Jackson ist der Chef.
Als ich ihn kürzlich besuchte, zeigte er mir seine Finanzbuchhaltung. Ich staunte, wie er da seine Ausgaben und seine Einnahmen, die er vom Verkauf von selbstgebackenen Brötchen einschrieb. Auch die Stromrechnung hatte er verbucht. Hie und da erteilt er  im APC den Anfängern F-Horn Lektionen, wofür er vom APC etwas Geld bekommt.
So lernt dieser 12 Jährige schon sehr früh, für sich und auch andere zu sorgen.
Kürzlich erschien er mit einem kleinen Hund, den er für ca. sfr 2.- kaufen konnte. " Ein richtiger Hausbesitzer braucht auch einen Schutz, sonst sei er kein richtiger Hausbesitzer," meinte Jackson.
Interessant ist, dass er in der Schule viel bessere Leistungen zeigt, und dass er noch viel Zeit findet, im APC mitzumachen.
Er erteilt manchmal auch jenen Kindern, die nicht zur Schule gehen können, Lese-und Schreibstunden.
Diese Investition von Rita und Lucia hat sich wirklich gelohnt

Mittwoch, 6. Juni 2012

Woher kommen diese Harfe-Mädchen ?

 Elowi erschien heute nicht zum Harfenunterricht, weil sie die Kleider für den Vater waschen musste. Dazu brauchte sie den ganzen Nachmittag; denn das Holz, womit sie das Wasser erhitzen konnte, musste sie zuerst im Busch zusammen suchen.
3 andere Mädchen wohnen in einer alten Minenbehausung ohne Licht und Wasser. Gekocht wird draussen, und für die Notdurft benutzen sie  die öffentlichen Toiletten.
Ein anderes Mädchen kennt weder Vater noch Mutter, und die Tante lässt es nur in die Harfenstunde gehen, wenn es zuerst das Bier für sie gekauft und ihre Kleinkinder den Nachbarn gebracht hat. Ein weiteres Harfenmädchen wird jeweils von der Mutter ins APC geschickt, damit es besser herauskomme als alle ihre älteren Brüder, welche die meiste Zeit hinter Gitter verbringen. Das Kind sagte mir kürzlich, dass die Mutter glaube, durch das APC werde man reich, ohne stehlen zu müssen. Daraufhin lud ich die Mutter ein, uns mal im APC besuchen zu kommen, damit sie auch wisse, was ihre Tochter da tue. Daraufhin erklärte mir das Mädchen, dass die Mutter keine Schuhe habe; und Tage flüsterte es mir heimlich ins Ohr, dass die Mutter die gleiche Schuhgrösse wie ich hätte.
Da ist ein grosser Motivationsunterschied: Hier kommen die Kinder von selbst, sie werden nicht von sog.Eismüttern zum Harfenunterricht geschickt. In Europa ist so ein Harfen-Studium bereits ein Prstige; die Eltern wollen dies für ihre Kinder.

Dienstag, 5. Juni 2012

"Wer soll das bezahlen?"

Isabella Mayenge, ein grosses Talent im Arrangieren von visuellen Geschehnissen auf der Bühne. Hier beobachtet und leitet sie die einzelnen Szenen des APC Musicals. Sie ruft: "Sängerin mehr nach vorn, Tänzerinnen nach rechts, Bongani, der Cellospieler näher zum Mikrophon, die Harfen mehr nach links, " etc.., und alle hören auf sie; denn sie spricht klar und sehr bestimmt.
Schade ist nur, dass sie keine offizielle Ausbildung machen konnte; denn dafür war kein Geld vorhanden. Sie ist die älteste Tochter von 6 Kindern, die alle in Musik und Tanz  sehr begabt  sind. Die Familie leidet oft unter Geldnot. Der Vater hatte eine gute Arbeit in der Kupfermine, die vor Jahren geschlossen wurde, und nun muss er schauen, mit welcher Gelegenheitsarbeit er seine Familie durchbringen kann.
Hätte das APC mehr Geld, würde ich Isabella nach Südafrika oder sonst in ein Land schicken, wo sie Choreogrophy von Grund auf richtig lernen könnte. Mut, Intelligenz und Talent sind vorhanden, doch das Geld fehlt.
Viele Savants oder Genies gehen in Afrika unter, weil weder Ausbildungsstätten noch Geld vorhanden sind. Schade! Und Afrika könnte doch der reichen Welt auch sehr vieles bieten.
Gibt es hier eine Leserin oder einen Leser, die oder der Isabella eine Chance bieten könnte?

Endlich das 1. APC Musical

Bei 5 ° Kälte fand auf der Openair-Bühne des APC während 3 Stunden das erste Musical statt.
Auch wenn wir noch so froren, wollten alle dieses einmalige Spiel zu Ende sehen. Für die Tänzerinnen war es dank ihrer Bewegungen nicht so kalt, aber für der Sängerin und den Instrumentalisten sagte die Kälte arg zu.
Endlich haben wir den Weg auf der Bühne gefunden, Tanz, Gesang, Theater und das Spiel mit Musikinstrumenten in einer Geschichte darzustellen.
Die grosse Arbeit hat sich gelohnt.

Freitag, 1. Juni 2012

10. Folge " Der Hellseher"

Ich bring Dich heute Abend um,
so hatte  der Laptopdieb den Gideon auf der Strasse gegrüsst.
Am Abend läutete das Telefon, und eine weinerliche, halbverstörte Stimme jammerte mir vor, dass nächstens etwas passieren werde. Klagend wiederholte er immer diesselben, kaum zu verstehenden Worte und bat mich dringendst, ihm im Bottlestore "Groove" abzuolen und heimzuahren. "Wärst Du nicht besoffen, würde ich es tun, nun kannst Du heimtorkeln,"rief ich unsanft. "Und wenn mich der Tanzlehrer umbringt, wie er versprochen?  Was dann?" fragte er entsetzt  " Dann werden wir am morgigen Konzert den Trauermarsch zu Deiner Ehren spielen!"
Die umstehenden Lehrer, welche dieses Gespräch ungefähr mitbekommen hatten, glaubten, dass Gideon zusammen mit dem Tanzlehrer den Laptop aus dem APC stahl; denn der Hellseher hätte ja prophezeiht, dass jene, welche das Gestohlene nicht zurück bringen, geisteskrank werden.