Sonntag, 7. Oktober 2018

Das Script für ein Buch von Hans Leu gefunden

In einer  Schachtel zwischen grossen Foto-Alben fand ich das Script : Die neue liturgische Sprache, welche die Leute heute besser verstehen und somit die Liturgie im Einklang mit den neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen stehen. Vor allem die Sprache des Todes, der Auferstehung etc.
Es ist schwere Kost, aber interessant wie ein Roman geschrieben, in englisch; vielleicht werde ich die deutsche Fassung noch irgendwo finden.
Wer sich um diesen Text interessiert, soll mich um Versand bitten unter : artslis@mweb.com.na

Tag der Frau


Am Frauentag wurden unsere ersten Harfenengel im Hotel Oxford eingeladen, den Abend mit Engelsmusik zu verschönern. Hier bei der Probe: Nicola Hanck aus Basel, zur Zeit Volontärin für
Harfe, links vorne, daneben die Tjimbinaye, die erste Schülerin des  APC Tsumeb und heute staatlich angestellte Musiklehrerin in Othjiwarongo, will dabei sein. Der Saal ist gar nicht frauenfreundlich: Weiss gestrichene kahle Wände, Stühle und Tische mit schwarzen Tüchern bedeckt, darauf goldene Plastik Teller mit schneeweissen Servietten. Vielleicht gilt dieser Styl heute in Afrika für Frauenanlässe.
Und diese superbequemen Körperträger in Rot, made in China, verraten , dass sich die Frauen dem ungesunden Modediktat unterwerfen , um diesem Abend gerecht zu werden.

Freitag, 5. Oktober 2018

Junge Leute sterben weg

Am vergangenen Wochenende wurden 7 Menschen durch Messerstecherei umgebracht. Eine Lehrerin muss für eine Woche wegbleiben um ihr Schwester zu begraben. Sie war krank,  und ein Arbeiter vom Musikrepair Workshop bleibt ebenfalls eine Woche weg, weil sein Bruder wegen Alkoholmissbrauch's für immer umfiel. Wenn ich manche Kinder frage, warum ihre Mütter am letzten Konzert nicht dabei sein konnte, kam oft die Antwort:"I don't have any more a mother.''
(Ich habe keine Mutter mehr).
Und auf den Strassen sterben  prozentual am meisten Leute auf der Strasse weltweit.
Unvorstellbar ist dies, da doch Namibia eines der schönsten Länder der Welt gilt mit so viel unberührter Natur, der seltenen Tierwelt und der vielen freundlich entgegenlachenden Menschen.

Mittwoch, 3. Oktober 2018

Der grosse Harfenengel aus Basel


Nun steht sie mitten im APC (r) aber schon in voller Begeisterung, die Kinder trotz der Matura Examen in Harfe weiter zu bringen. Schon die Kinder sind überall gefragt, an Hochzeiten und andern Festen spielen zu kommen. Dank an Nicola Hanck aus der Musikakademie in Basel.

wenn Kriminelle unsere Leiter sind

Wenn ein Stadtpräsident glaubt, dass er , zwar dubios gewählt, ein besserer Mensch zu sein  glaubt als andere und sich an keine Regeln mehr halten muss; selbst wenn er ohne Besitz  eines legalen Fahrscheins in der Mitte der Strasse rast und die entgegeneilende Sirene der Ambulanz ignoriert; und es knallt,und  die Ambulanz sich mit den ohnehin schwerkranken Menschen überschlägt, und er, der Leiter unserer Stadt dann einfach noch vor der Polizei in den Busch abrennt, muss man sich doch nicht wundern, wenn unsere Jugendlichen und jungen Erwachsenen sich auch nicht mehr an menschliche Regeln halten. Eben las ich in der Zeitung, dass die Killerwelle  am Wochenende nicht innehielt und 7 Menschen  durch Messerstecherei ermordet wurden.
Ist das das Namibia, wofür die Menschen vor der Unabhängigkeit vor 28 Jahren gekämpft haben?
Sicher nicht.
Die Landreform hat vor 2 Tagen begonnen , sehr brisant. Was wird herauskommen? Alle sind gespannt, auch ich.
Lest bitte die Nachrichten aus Namibia.


Samstag, 29. September 2018

Tanzen im tiefen Busch bei Vollmond

Ich fuhr mit der 6 köpfiges Marimbagruppe nordwärts, die grelle, bald untergehende Sonne quer vor den Augen. Es blendete zu sehr , um schnell fahren zu können Trotz lauter Musik schliefen die Jungen auf den Hintersitzen , Nach einer Stunde erreichten wir das Eisentor vor der Onguma Lodge, direkt vor der Etoscha-Pfanne. Alles wurde vom sog. Torhüter untersucht, so als ob wir für hohen, geheimen Staatsbesuch spielen würden.
Die APC Jungen spielten wunderbar für gehobenere Gäste, wie es schien; denn ich musste meinen Wagen so im Busch verstecken, dass man ja nicht vermuten kann, dass es ganz normale Jugendliche aus Tsumeb sind. Vielleicht wollte der Manager dem Prinzen Williams vormachen, dass es junge Künstler aus Amerika sind.  Auf alle Fälle bekamen sie die besten Komplimente, und eine Dame erklärte, dass dies wäre Musik sei, nicht jene Künstler, die, sofern sie diese für eine Show einlade, mit kilometerlangen kabeln und Amplifier ankommen und zuerst nach Steckdosen fragen. Dann der lärmige Bum Bum.
Und nun so etwas: Traditionelle Instrumente aus Afrika vermischt mit klassischen Instrumenten aus Europa: Marimba, Trommeln mit Geige und Cello.

Künstler und Arzt


Eben lief ich zur Kontrolle durch den APC Garten, als ein harter Knall auf der Strasse nebenan uns alle hier erschreckte: Die Ambulanz rammte einen Personenwagen. Viele Leute stürmten zusammen. Ich konnte nicht mehr recht sehen, wer da im Fehler war; denn die Polizei war diesmal schnell angerast und zog den Ambulanzwagen weg. Ein Zuschauer kam auf mich zu und erzählte, dass diese Ambulanz gerufen wurde, um bei der nächsten Kreuzung die Verwundeten und Toten aufzulesen, die aus dem dort überschlagenen Ambulanz-Wagen rausgeworfen wurden. "Harte Sache,"sagte er;"denn die erste Ambulanz mit lauter Sirene war auf dem Weg vom Spital Tsumeb, geladen mit Schwerkranken, um sie in ein Not-Krankenhaus in eine andere Stadt zu fahren. Doch der Tsumeber Stadtpräsident in seinem Personenwagen ignorierte die Ambulanz, wich gar nicht aus und rammte diese Ambulanz, die  es dann überschlug. Ins Gefängnis gehört dieser Schurke!" rief mir der verärgerte Mann zu.
Kurz darauf rannte ein Mann ins APC herein, telefonierte mit seinem Handy und drehte sich im Kreis. Wir dachten, dass da ein Verirrter vom Unfall, eventuell der Fahrer, etwas gestört war. So ging ich sachte zu ihm hin und fragte, ob es ihm gut gehe. Nicht so gut , meinte er, aber wenn er ein Klavier jetzt hätte, würde er glücklich sein.
Ich führte ihn ins Piano-Hüttchen. Er setzte sich hin, fuchtelte etwas wild und fragte , wie das Ding da funktioniere. Da war es mir wie klar, dass er unter einem Schock litt.
Doch als ich den Deckel des Klaviers hob, begann er zu spielen, zuerst eine Eigenkomposition mit starkem Ausdruck, dann folgte der berühmte Hummelflug, einige Klaviersonaten von Beethoven usw. Alle Lehrer vom APC versammelten sich in diesem Hüttchen und staunten über so ein Können.  Wir hörten dem Mann über eine Stunde zu. Es schien, als würde er uns alle gar nicht wahrnehmen. Er spielte und spielte die schwierigsten Klavierstücke, die es gibt, einfach auswendig. Ein junger Lehrer sagte so hintenherum, dass dieser Mann es mit Teufel zu tun haben muss. Doch schnell wendete ich ein; dass dieser Mann direkt vom Himmel kommen müsse.  Der Künstler muss uns gehört haben; denn er drehte sich um und erzählte, dass er überglücklich sei, das APC entdeckt zu haben.
Dann begannen wir ihm Fragen zu stellen.
Nach all den Antworten, die er uns gab, wussten wir mehr über ihn: Er war Augenarzt in Pretoria, nun wolle er mit Süd Afrika abschliessen und in Namibia, direkt gegenüber des APC eine Augenklinik eröffnen. Die Regierung bat ihn darum; denn in ganz Namibia gibt es keinen diplomierten Augenarzt.
Ich fragte ihn , ob er nicht Pianist sei; denn so ein Können setze doch berufliche Fähigkeiten als Pianisten und ein langes Üben voraus.  Seine Antwort war:
"Ein guter Arzt ist auch ein Künstler!"
Er kommt nicht nur täglich ins APC spielen; er wohnt nun sich im Lehrerhaus, im sog. Peter Gruber Haus.