Donnerstag, 1. Februar 2024

Einer, für den sich meine Hoffnung gegen die Hoffnung aller doch gelohnt hat

Alle sagten, dass meine Mühe und meine Geduld, die ich  für diesen diesem Bongani  aufbringe, es sich nie lohnrn wird; denn er sei zu  liederlich und faul. Viele Zeit wendete ich für ihn auf, um ihn zu überzeugen, das APC endlich ernst zu nehmen und sein geniales Musiktalent nicht einfach so gleichgültig hinter sich zu werfen.
Lange Jahre hatte es gebraucht, bis er seiner Verantwortung bewusst wurde. Heute weiss er, dass er mit seinen musikalischen Fähigkeiten dem APC sehr viel helfen kann. Er unterrichtet viel Stunden am Tag, bereitet seine Stunden sogar schriftlich vor und  sucht für die beiden Orchester, die er organisiert und dirigiert, die entsprechenden Noten.
Er war schon damals, als er am Jehudi Menuhin Festival in Gstaad (CH) telnehmen durfte, als genial aufgefallen; und dieses Jahr ersetzte er im grössten Orchester  in Windhoek den an sich guten, aber versoffenen Cellisten. Bongani wohnt in der schlechtesten und unruhigsten Wohnsiedlungen, die man sich vorstellen kann. 
Heute kommt er als erster ins APC.







Donnerstag, 18. Januar 2024

Unsere Neuen APC Teacher sind sehr kreativ

Anstatt nach den Lektionen heimzugehen, treffen sich im APC noch junge Lehrerinnen, um miteinander zu spielen: Hier haben sie aus einer grossen Schachtel ein " Eile mit Weile"- Würfelspiel gebastelt, und nun wird stets am Ende des Tages miteinander gespielt.
Ich kenne dieses "Eile mit Weile"- Brettspiel aus meiner Kindheit; weshalb ich wissen wollte, woher sie diese Idee geholt haben, dieses "Eile mit Weile" Spiel zu kreieren. "Aus dem Internet"

Das macht wirklich Sinn, wenn über 20 Jährige noch ihre Kindheit geniessen dürfen anstatt mit unerwünschten Babies auf dem Rücken schon Mütterverpflichtungen nachgehen müssen, frustriert von den Männern zu sein und aus Wut und Traurigkeit in Alkohol zu stürzen. Ich sehe immer mehr in dieser langsam in Chaos versinkende Gesellschaft Namibias den Sinn unseres APC's ein.


 

Mittwoch, 17. Januar 2024

Anerkennung macht das Leben aus

 Ein Mädchen Macella kam mit 7 Jahren in die erste Geigenstunde ins APC. Da lernte es, wie die Geige richtig zu halten ist, und ich weiss heute noch, wie es strahlte, als es die leere Saite D zupfte, und schöne Töne erklangen. 

Eine Woche später kam es am Sonntag morgen in einem blau glänzenden neuen Kleid zu mir und fragte um eine Geige, damit es in der Kirche vorspielen  dürfe. Ich händigte die Geige zögernd aus.

Als Macella die Geige am Nachmittag zurückbrachte, hatte es vor Freude Tränenin den Augen. "Was hast Du denn gespielt?", wollte ich wissen. Seine Antwort:" d, d paue , pause, d, d, pause, pause , d, d,.. und dies ganz lange. Am Ende klatschten die Leute.!"

Letzte Woche erschien eine sehr hüsche junge Dame im APC und fregte scheu, ob sie mit der Geige weiter machen könnte. Sie habe die Matura nicht bestanden und wisse nun, welchen Beruf sie lernen möchte:

"GEIGERIN;

denn mit der Geige kann ich Anerkennung im Leben finden. Meine Tante, die mich aufzog, verbot mir, nach dem Erfolg in der Kirche weiterhin ins APC zu kommen; denn sie glaubte, dass mich nur die Schule im Leben weiterbringen könnte. Und jetzt ist sie sehr böse auf mich und sagte, dass ich nichts wert sei."

Ich gab Macella die beste Lehrerin namens Martha.  Ich sah die beiden abends  wie beste Freundinnen zusammensitzen.

Sonntag, 31. Dezember 2023

Ende 2023

 Ich backte einen Zwiebel-und einen Papaya-Kuchen. zum Mitternachts-fest; denn meiner Erfahrung gemäss klopfen um diese Zeit Lehrer und andere, die es lustig haben möchten, an meiner Küchentür.

 Es erschienen 2 bekannte Strassenjungen, für die das APC eine Heimat geworden ist, der med. Doktor Robert von der Musiktherapie, Peter Benda, den ich als Teil meines Nachfolgers ernennen werde, der Nachtwächter, Josef, der den ganzen Nachmittag Cello übte und Pohamba, den ich wegen Alkoholmissbrauch entlassen werde und der behauptet, nie mehr einen Tropfen Alkohol zu sich zu nehemen; denn er habe eingesehen, dass er sich so selber zerstöre.

Alle erschienen schon um 20 Uhr , uns allen tun die Bauchmuskeln vor Lachen weh, und die Kuchen sind weg, schon vor 24 Uhr.

Sie erzählten alle ihre lustigsten Erlebnisse, die sie dieses Jahr erleben durften.

Ausser Dr. Robert lachte nie; denn er steht noch unter Trauma von den schrecklichen Erlebnissen im Kongo. .

Bald werden die Glocken läuten. Wir begeben uns auf die Strasse.

Ein Erdbeben?


 

Ein Schlag und ein Klirren der Fensterscheiben weckten mich aus tiefem Schlaf. Ich dachte sofort an ein Erdbeben. Doch da sah ich den Dachkennel herunterhängen und ein riesengrosser Ast des Nachbarbaumes 
hing von meinem etwas niedergequetschten Wellblechdaches herunter. Dieser Ast war von jenem ausgedorrten Baum, der unten von Termiten durchfressen ist, und der jeder Zeit über den Haag auf mein Haus niederfallen kann, besonders jetzt, wo anstatt Regen heisse Wirbelwinde herumjagen. Hier rechts im Bild sieht man den Ast. Aber wenn der ganze Baum umstürzt, wird mein Haus zerstört, der Baum hat bereits eine leichte Biegung gegen mein Haus. Die Leute des Nachbarhauses wohnen zur Zeit in Angola, und niemand besitzt ihre Telefon Nummer. 
So rannte ich zur Gemeindeverwaltung, auf das Grundbuchamt, welches die Adresse und Tel-Nummer jedes Hausbesitzers haben muss; aber da sagte einer, dass er nichts tun könne , bis die Besitzer wieder in Namibia seien. Nachdem ich ihm die ganze Situation geschildert hatte, zuckte er die Achseln und öffnete die Tür, um mich elegant los zu werden. Okay, aber wenn Kinder erschlagen werden von diesem Baum, wird die Polizei nicht schweigen. Ich ging.
Nach einer Stunde stand ein Muskelprotz bei mir und wollte mit einem Kran den etwa 10 m hohen Baum Stück für Stück niederhauen. Aber er werde dies erst tun , wenn ich ihn bezahle . Wir machten einen Preis aus, und er fuhr tatsächlich mit einem Kran durch den Garten des Nachbarn, un d in 4 Stunden war das werk getan. Ich bezahlte ihn und herzlich verabschiedete er sich: "Bitte, sag dem Chef nicht, dass ich Geld bekam!"

Dienstag, 26. Dezember 2023

Der Himmel und die Hölle sind so nahe beieinander in Tsumeb

Das linke Hinterrad meines Autos ist nun wieder in Ordnung, doch die Bremse des linken Hinterrades ist noch nicht gut; aber für eine Test Fahrt von wenigen Kilometern geht es gut. 

So fuhr ich in das Viertel der Stadt, wo die meisten unserer Lehrer und Kinder herkommen .Durch den Hauptplatz (bei uns in der CH würde man Dorfplatz sagen) kam ich nicht durch; denn er war voll von Abfall, toten Katzen, und vielen kleinen Kindern, die ihr Toilettengeschäft verrichteten. Daneben direkt vor den Hütten sassen Jugendliche und Erwachsene mit Alkoholflaschen  in den Händen, kaum mehr ansprechbar und zwischendurch boten sich halbwüchsige Mädchen zum Verkauf an. Hie und da zwängte sich ein Ambulanz Wagen durch. Ein Sektenpfarrer rief mich freundlich heran, der mich in seine Kirche einladen wollte, um gegen diese Hölle hier zu beten. Ich sagte zu, und alle, die in meinem Auto sassen, kamen gerne mit. Der Pfarrer bat Jesus, den Satan aus diesem Viertel zu vertreiben. Er wiederholte den Satz mehrere Male hintereinander, so auch alle Jugendlichen und Erwachsenen, die anwesend waren. Er segnete uns mit einem Kreuz, und dann teilte er an jene, die wollten, einen Plastiksack aus, um den Abfall vor den Häusern einzusammeln.Am Schluss fragte ich ihn, wieviel er für diesen Service haben möchte. Mit grossen Augen sah er mich verwundert an und rief: "Jesus ist gratis geboren. So tun wir Christen auch alles gratis für ein Himmel in dieser Stadt." Er gab uns freundlich die Hand und lud uns für den nächaten Service ein." Als ich auf dem Heimweg neben dem APC vorbei fuhr, sah ich Jugendliche, die Violin und Marimba übten. Ein Mädchen, dessen Vater im Gefängnis sitzt und die Mutter nicht mehr auffindbar ist, wischte den Eingang und rief: Das APC muss ein Paradies sein!" Ihr positives Gehabe wollte ich einfach belohnen und kaufte Brot und Mangofrüchte. Das war eine schöne Weihnachten für sie.

Freitag, 22. Dezember 2023

Der Himmel und die Hölle sind in Afrika so nahe beeinander (1.Teil)

 

Mit einer total verschmolzenen Nabe des Hinterrades fuhr ich noch 100 km in der Dunkelheit nach Tsumeb; aber da es nach verbranntem Metall roch, wechselten wir die Räder aus, was nichts half; keine Garage in ganz Namibia hatte die entsprechenden Ersatzteile, nicht einmal Süd Afrika. So sollten wir sie von Deutschland bestellen; d.h. Keine Performance in den Lodges über die Festtage; denn die Marimba und andere Instrumente haben nur im Anhänger Platz. Alle 8 Spieler/innen hatten sich so auf die Perfarmances gefreut. "Geht heim!". Traurig stolperten sie durch das Gartentor; ich verstand ihre Traurigkeit; denn "zuhause" wird über die Festtage nur gesoffen und gestritten. Die Tänzerin weinte sogar.
"Okay, bleib bei mir und hilf mir für die 4 Strassenkinder über die Festtage kochen; denn mit meinem eingeklemmten Ischiasnerv, bin ich froh, wenn jemand mir hilft." Lange, lange umarmte sie mich vor Freude.
Bevor ich den Wagen in die Garage schieben konnte, stand ein  junger Mann mit einer Werkzeugkiste da, lächelte und versicherte mir, das Auto in 2 Tagen wieder fahrbar zu machen. Die Hitze war fast unerträglich, und trotzdem krampfte er schwitzend die halbverschmolzenen Schrauben weg, aber stets mit einem Lächeln. Sein Garagen-Chef ist der berühmteste Lastwagenmechaniker in Namibia, und glücklicherweise hat er seine Garage in Tsumeb. Er zeigt seinen Lehrlingen, wie man nicht nur alle Marken von Autos repariert, sondern auch Helikopter und Minenmaschinen flickt und bei Bedarf fehlende Ersatzteile selber herstellt. Sogar aus dem Ausland werden Lastwagen nach Tsumeb zur Reparatur gebracht.
Der Lehrling bestellte keine Ersatzteile von Deutschland, trug meine verschmolzenen Teile in einer Kiste in eine Garage, wo er sie neu während nur 2 Tagen herstellte und provisorisch an meinen Wagen so anbrachte, dass ich problemlos einige Km fahen könnte.  Als ich  ihm einen "provisorischen" Geldbetrag geben wollte, sagte er, dass er nur den Autostop Betrag verlange, um über die Festtage seine Mutter im Norden an der angolanischen Grenze besuchen zu können; denn er möge nicht in dieser Saufhölle in dem Viertel, wo er wohne, die Weihnachten verbringen. 
Als ich ihm etwas mehr gab, strahlte er: Das reicht sogar für ein Geschenk, eine Ziege für unser Weihnachtsessen! Er beugte sich tief, und seine Zähne leuchteten wie Perlen aus seinem schönen schwarzen Gesicht.