Samstag, 22. Juni 2019

World music day


Wenn einige Hundert Kinder und Jugendlich zusammenkommen, um etwas zu demonstrieren, macht das auf andere schon recht Eindruck.
Mit Plakaten wie "Ohne Musik kein Leben", oder Musik macht schlau etc..marschierten wir während 2 Stunden durch die verschiedenen Stadtviertel, eingeschlossen der Blechüttensiedlungen, und die Brassband liess ihre lauten Töne schwingen. Die Zuschauer hatten grosse Freude und klatschten.
Was anschliessend passierte, war wie ein Wunder:
Zurück im APC gabs Sirup, Brot und Aufschnitt; und anschliessend folgten alle der Meditation des Cellospielers Bonnani. Die Kinder legten sich auf den Boden, die Jugendlichen setzten sich bequem hin, schlossen die Augen und hörten den Melodien des Cellos zu. Eine heilige Ruhe entstand.
Anschliessend holten wir alle aus der Tiefe zurück und liessen sie Eier, Nüsse, Bonbons, Brötchen und Früchte in den gut versteckten Winkeln und Löchern im APC suchen.
Gegen Abend mussten sie leider wieder den Heimweg antreten.
Schön, wie sich die meisten überschwänglich für den schönen Tag bedankten.

Freitag, 21. Juni 2019

Der Tod hat sichtbar nicht das letzte Wort


Dort, wo der grosse Fluss von Angola her in Namibia einmündet, verstreute ich den Rest der Asche des vor einem Jahr verstorbenen Hans Leu, der im APC Board der Finanzminister und gleichzeitig die Lehrerausbildung inne hatte..
In seinem Testament schrieb er, dass er kremiert werden möchte, und dass ich seine Asche genau an diesem Ort auf den Kavango Fluss streuen möge.
Er hatte in seinen Schriften immer betont, dass der Mensch nach dem Tode nicht zu Erdenstaub wird, sondern zu Sternenstaub. Diese Erkenntnis hatte er auch aus den neuesten Forschungen der Astronomie mitverfolgt.
Die Asche nahm eigenartige, aber ganz klare Formen im Wasser an. Die Asche drehte sich in eine Spirale, die im Innern dunkel wurde, und die sich langsam zu einem schwarzen Loch zusammenzog.


Das schwarze Loch sah ich auf einmal nicht mehr; doch gleich darauf glitzerten lauter Sterne

















Ich drehte mich um und wollte verlegen wissen, was die andern Drei (Bea Maritz, ihr Neffe Lukas und Gideon, mein Hilfsfahrer) sahen oder dachten. Alle waren ganz ruhig, und es schien mir , als ob Bea beten würde.
Ich fühlte eine grosse Sicherheit, sah die Sterne auf meinem Kopf erst zuhause auf der Foto.

Sonntag, 16. Juni 2019

Neues Kinderbuch der APC Kinder ( Namibia ) erhältlich.


Ein von Bea Maritz(CH) und Cäcilia Falk (Wien), die letztes Jahr einen Freiwilligen-Einsatz im APC leisteten, haben zu Ehren des verstorbenen Hans Leu, der das APC hauptsächlich aufbauen half, ein Kinderbuch herausgegeben.
Das Buch enthält von Kindern und Jugendlichen aus Namibia selbsterzählte Geschichten und Illustrationen nach der Methode von Arno Stern.
Das Buch ist einmalig in seiner Art; denn es sind nicht von Erwachsenen interpretierte Kindergeschichten, sondern direkt erzählte Geschichten in Englisch. Lioba Happel hat sie ins Deutsche übersetzt.
Über diese afrikanischen Geschichten, zum Teil mit archaischen Inhalten kann der Leser oder die Leserin das Denken und Fühlen Afrikas besser verstehen lernen.
Ich möchte dieses Buch herzlich empfehlen.
Es kostet sfr. 30.- oder Euro 24.-. und kann bestellt werden beim:
edition pudelundpinscher
Bürglistr 19
CH- 8820  Wädenswil
Tel 041 879 00 05
post@pudelundpinscher. ch
www.pudelundpinscher. ch

Mit diesem Kauf unterstützt Ihr das APC. Herzlichen Dank   Lis

Freitag, 14. Juni 2019

Bin das 1. Mal an meine Grenzen gekommen

Heute Morgen um 08°° hielten wir ein Lehrermeeting ab, um den AFRIKA CHILD DAY, der heute in ganz Afrika gefeiert werden sollte, für unsere Kinder im APC zu organisieren.
Die Schulen gaben den Kindern einfach schon um 10°° frei. Das fand ich sehr daneben; denn es wäre besser, mit den Schülern einen frohen Spieltag zu gestalten, anstatt sie früher auf die Strassen zu lassen, wo sich die meisten aufhalten werden; denn zu Hause ist es für viele wegen der Armut weder schön noch wohnlich. In solchen schäbigen Blechhütten!
Und jetzt sollten wir im APC einen wundervollen Tag für all die Kinder organisieren. Ich hätte gerne meine sonst so vielen Ideen einfliessen lassen, doch es wurde mir plötzlich taub im Gehirn. Ich sagte den Lehrern, dass ich 100 Eier und einige Süssigkeiten einkaufen gehe, die sie dann im ganzen APC verstecken und am Nachmittag die Kinder auf die Suche schicken sollen.
Das wurde dann auch durchgeführt, aber es entstand ein fürchterliches Chaos. Wir hätten doch besser Spiele für alle durchführen sollen.
Der Gedanke an die Zukunft dieser Kinder hatte mich blockiert. Auch unsere Lehrer und Lehrerinnen hatten  gefragt, ob es richtig sei, so viel Geld für die Kinder auszugeben, da sie doch lieber etwas für sich zum Mittagessen kaufen könnten; denn sie hätten etwas Hunger.

Montag, 10. Juni 2019

Das APC kann und darf nicht sterben.


Von links nach rechts: Max Johnson, Berater des Trust Fund der Kupfermine in Tsumeb, Frau Bosch , Chefin der Sozialarbeiter/innen der Region, Mister Nekundi, ein Chef des Trust Fundes, der dem APC letztes Jahr N$ 40000.-  überwiesen hatte; ich stehe da etwas krumm in der Mitte; Miss Murorwa, eine Prinzipalin eines Sekundarschule, welche gleichzeitig im Board des Trustfunds das Sagen haben will, Miss Narisha, meine Sekretärin im APC; dann Mister Kisting, einer der Chefs des Trustfunds.
Sie kamen heute im APC zusammen, um zu beraten, wie sie das APC unterstützen könnten. Dabei wurden alle unsere eingegebenen Projekte wie z.B. Talentshow, nationaler Schachwettbewerb im APC, Galadinner, verschiedene Konzerte und Kursangebote im APC etc..Doch konkret konnte nicht entschieden werden; denn diese Leute hier möchten nächstens wieder ein Meeting und zwar mit dem APC Board zusammen. Eine Spezialität in Namibia: Man hält gerne Meetings.
Der Board des APC wurde am letzten Samstag abgehalten. Das Schlusswort des neuen Finanzchefs im APC (früherer Leiter einer der grössten Mine Afrikas überhaupt) und heute Nachfolger vom verstorbenen Hans Leu, gab mir viel Hoffnung:"Das APC darf und kann nicht sterben!"

1/4 der Einwohner leidet unter der Dürre


Dieses Bild ist keine Seltenheit mehr. Zu abertausenden von Rindern, Schafen, Ziegen und auch viel Huf-Wild verdursten und verhungern in Namibia; denn der Regen blieb in diesem Jahr zum Teil aus. Jedes Jahr wird es hier heisser, und jedes Jahr fällt weniger Regen.
Ein Viertel der Einwohner hat keine eigene Hirse mehr und ist von der Dürrehilfe der Regierung abhängig, um überleben zu können.Es sind dies die Völker des Südens, des Nordens und vor allem die Himba im Nord Osten. Diese Hilfs-Nahrung besteht aus Öl, Maismehl, Fischdosen und etwas Zucker für denTee oder Kaffee.
Der Klima Wandel schlägt in Afrika stark zu, vor allem in Namibia.
Mit neuen Entsalzungsanlagen an der atlantischen Küste versucht man, diese tragische Situation in die Hände zu bekommen.
Aber wann??, wenn man bedenkt, dass Namibia 30 mal grösser als die Schweiz ist, und der nächste Regen erst im Oktober zu erwarten ist.

Sonntag, 9. Juni 2019

Älteste Musik der Menschheit?


Der 90 jährige San kam heute zu uns, um seine Lieder auf der selbst gemachten Harfe zu spielen.
Die Lieder handelten um Löwen, um gefährliche Krankheiten,  um Jagd und Vorwärtsgehen.
Jemand übersetzte uns die Lieder von der San-Sprache (21 verschiedene Klicks-und Schnalzlaute)
in die Afrikaanse Sprache, die heute von den Holländer abstammenden Buren und auch in den Schulen gesprochen wird. Vom Afrikaans übersetzte uns einer den Text ins Englische. So um viele Ecken herum zu übersetzen ist in Namibia normal, wo es 13 total verschiedene Stämme gibt.
Die Melodie klingt durch ihre hohe , etwas monotonische Lage sehr fein im Ausdruck, der Rhythmus dazu zurückhaltend, aber sehr regelmässig.
Warum die älteste Musik der Menschheit?
Wenn die neueste Forschung recht hat, dass der 1. Mensch "San"  (gewöhnlich auch Buschmann genannt),  in  Tsintsabis  aus der Gegend (nähe der Etoscha Pfanne und Tsumeb) stammt, dann müsste doch die Musik dieser San logischerweise die älteste Musik der Menschheit sein.
Zum Instrument: Hier im Bild sieht man eine Metalldose, 5 biegsame Holzstäbe ragen aus der Dose. Diese Stäbe sind oben miteinander mit Lederschnüren verbunden, ganz dünne Metallsaiten sind an der Spitze der 5 Stäbe in gleicher Weise angebracht wie auf der heutigen Harfe. Beim linken Daumen sieht man die Saiten etwas besser.. Die Saiten werden auf den heutigen Harfen auch so gezupft wie es der San tut. Der Resonanzkörper ist bei diesem Spieler bloss eine altre Metalldose, doch bei den meisten Spielern besteht er aus einem harten Kürbis und die Saiten aus Darm.
Im APC dürfen die Kinder und Jugendlichen bei der Anmeldung 3 Instrumente wählen. Bei den allermeisten steht Violin auf dem Anmeldebogen. Ich vermute, dass der Klang der feinen Saiten sich bereits in den Genen verfestigt hat.