Samstag, 3. März 2018

Wertvolle Schenkung


Nachdem ich vor Monaten so ein Bild unserer abgegriffenen Musik Büchern als Zeichen des vielen Gebrauchs ins Internet gesetzt hatte, reagierte die Blog -Leserin Frau Claire Schmid aus der Schweiz und schenkte 2 grosse Schachteln voll von neuen Flöten Schulbüchern.
Lucia Haselbacher schickte sie mir weiter, und heute trafen sie unbeschädigt in Tsumeb ein.

Oben das alte vergilbte ALLEGRO, tausendmal von Kinderhänden geblättert und tausendmal gespielt, bis man die Noten auf den  Seiten nicht immer mehr lesen konnte. Trotzdem die Lehrerin die unleserlichen Noten wieder mit Kopien aufklebte, löste die Hitze und der Wind das Aufgeklebte wieder weg, manchmal sogar noch mehr; denn das Papier war mit den Jahren brüchig geworden.
Unten das neue ALLEGRO.

Lis Namwandi, eine Flötenspielerin, die alle 4 Bände dieser Flötenschulen mit Auszeichnung beherrscht, half mir beim Auspacken, und als sie den Stapel der ALLEGRO 1 sah, bestürmte sie mich regelrecht: Bitte, darf ich dieses Buch behalten; denn hier auf Seite 65 ist meine Mutter, als sie mit mir schwanger war, beim Flötenspielen abgebildet. Dann schlug sie die Seite auf. Stolz zeigte sie diese Seite im APC herum. Ein Schüler rief, dass sie damit aufhören soll, denn schon über ein Jahr zeige sie allen dieses Bild. Er kenne das Zululied ebenfalls auf Seite 65 auswendig.
Lis war stolz, auch wenn ich ihr eines der vergilbten Bücher gab.
Die neuen Bücher kann ich nicht weggeben; denn wir geben die Hälfte an das APC Oshikuku weiter, und die andere Hälfte benötigen wir selbst, da wir nun so viele neue Schüler aufgenommen haben.
Claire Schmid hat diese Flötenschulen selber gemacht und hat einen eigenen Verlag.
Was die Bücher so wertvoll machen: Der solide pädagogische Aufbau mit internationaler, überschweizerischer Aufmachung, die alle Kinder und Jugendliche anspricht, auch wenn die Erklärungen in Deutsch sind.

Donnerstag, 1. März 2018

Schafft das APC den Durchbruch?

Am Dienstag läutete das Phone: "Morgen mit der Harfe in Windhoek an der Einweihung eines grossen Business-Centres und anschliessend privat bei einem Treffen des Präsidenten mit Botschaftern?" Ich glaubte diese Botschaft gehöre zum 1. April. Doch eine Weile später läutete es wieder mit der genaueren Botschaft, wo, wann und Personal-Ausweise nicht vergessen; denn die Sicherheitsvorschriften seien genau.
Ich glaubte es dann mit Freude, lud die Harfe  und Zubehör in den Wagen. Am nächsten Morgen weckte ich Selma, die Harfenspielerin und fuhr zuerst 180 km bis Otjiwarongo, wo ich Hans Leu bat, den Fahrer-Job bis zur Hauptstadt zu übernehmen. So konnte ich die nächsten 250 km auf dem Beifahrersitz weiterschlafen. Um 11°° suchten wir den Einweihungsplatz, wo auch Ronaldo, der frühere Geigenspieler vom APC Tsumeb freudig half, die Harfe auszuladen und vor den Gästen aufzustellen.

(Diese früher aufgenommene Foto zeigt Selma, die Harfenspielerin rechts)
Ich hörte, dass die Musik von Selma und Ronaldo die Herzen der Leute getroffen hat; denn die First Lady (Frau des Präsidenten) erwähnte, dass sie so eine Harfe nur im Film hatte sehen können und jetzt sehe sie so etwas in Namibia, von Namibianern gespielt. Sie war gerührt von dieser Musik und forderte die Leute auf, mit den Jug-Boxen aufzuhören und Musik Instrumente zu spielen. Worauf ein Gast, der APC kennt, laut rief:"Bravo APC!"
Und heute riefen einige Leute an, wie es möglich sei, ihre Kinder und Jugendlichen ins APC zu schicken, um Musik zu lernen.
Wir sind mit Schülern überfüllt, doch hätten wir mehr Geld, könnten mehr Hilfslehrer ausgebildet und angestellt werden.
Weil bekanntlich Hoffnung zuletzt stirbt, hoffe ich weiter auf Spenden.

Gegen dieses Feuer komme ich nicht an

Schon morgens früh hörte ich laute Worte von meinem Nachbarhaus.
Am späteren Vormittag holte mich meine Gärtnerin vom APC: Komm schnell, ein Feuer. Ich sah in meinen Gedanken mein Haus brennen und rannte los.
Eine unheimliche schwüle Hitze drückte . Als ich ankam, stand die Gartentür offen. Die Gärtnerin zog mich: Komm, komm...Hinter dem Haus kämpfte eine Gruppe  Frauen, ein Geschrei und Gefluche; zwei Frauen schlugen einander ins Gesicht; ein Mann schlug einer Hochschwangeren eine Schaufel über den Kopf.  Ich schrie: Hört auf, hört auf. Da zuckte die Schwangere ein Messer, die Gärtnerin riss mir das Phone aus der Hand, rief der Polizei; und da ich wusste, dass die Polizei, wenn es nicht gerade um Geld geht, nicht so schnell kommen wird, griff ich nach dem Arm, der das Messer hielt und wollte hin nach hinten ziehen, doch nichts gelang mir, ich verletzte mich etwas am Stacheldraht, und dann liess ich den Arm, dem das Messer entglitt,  ein anderer Mann schlug mit Fäusten auf den hochschwangeren Bauch.    Renn in mein Haus, rief ich der Frau zu. Doch sie hörte nicht zu und schlug hart zurück. Meine Gärtnerin weinte hilflos; ich fühlte mich so  ohnmächtig, schämte mich, solche Nachbarn zu haben, und als ich weggehen wollte, standen viele Leute da, auch die APC Lehrer, und einer meinte, dass gegen diesen Streit niemand an käme. Schliesslich fuhr  doch ein Streifenwagen vor, der wie ein Feuerlöscher wirkte.

Der Streit begann wegen des Zuckers, den sie einander beim Frühstück wegnahmen, und wegen angeblichen Nachspionierens, das Übliche--- ich ging.



Dienstag, 27. Februar 2018

Überfordert?


20 bis 30 Kinder, welche ihre Kunst-Lektionen beendet haben und noch nicht heim gehen können, sitzen oft im Kreis auf der Bühne, um Geschichten zu hören, welche der Cello-Spieler Gidon David erzählt. Erstaunlich ruhig geht es jeweils zu, wenn Gideon in Märchen oder eine vin ihm erfundene Geschichte erzählt
Manchmal, wenn ich nicht gerade Schulunterricht erteile, beginne ich Geschichten zu dichten; dann ist es mäuschenstill. Hier in Afrika liebt man das Narrative; man kann auch viel erzieherischer wirken als mit Moral.

Sonntag, 25. Februar 2018

Das Voluntarist von Xenia Schindler schon vorbei


Links Xenia Schindler. Nun ist sie wieder in der Schweiz gelandet und schreibt Folgendes zurück:
Was sie am meisten im APC beeindruckt hat, sind die strahlenden und dankbaren Kinder. Nach jeder Lektion sagten die Mädchen:"Danke für die gute Lektion!"
Im APC wird meist nur in Gruppen unterrichtet, auch tun sich die Schüler zum Üben zusammen, sogar bei schwierigen Passagen üben sie gemeinsam und helfen einander. Xenia meint: Wir in Europa könnten vom APC einiges lernen. Heute gehe ich stolz schlafen.

Mittwoch, 21. Februar 2018

Ein Mann, der seinem Alter davon rennt


Lennard Borg, von dem es in der Zeitung heisst, dass er schon 80 jährig ist, hat das Alter in der Hand.  Die Jahre können ihm nichts antun. Er bläst und unterrichtet Jugendliche in Zugposaune, als ob er noch nicht einmal die Hälfte der angegebenen Jahre erreicht hätte, ein Energiebündel mit Styl.
Und die Jugendlichen im APC möchten alle von ihm unterrichtet werden. Heute haben sie bereits im Orchester Posaune gespielt.

APC hat unerwartet viel Glück aus Schweden bekommen


Ich kann diese schwedische Sprache in der DALA-DEMOKRATEN nicht lesen; aber ich weiss sicher mehr als dieser Artikel beinhaltet:
"Die beiden Künstler Thomas Lindgren (links) und Lennard Borg helfen zur Zeit im APC auf solche Art, dass die Brass Band, die in letzter Zeit am Eingehen war, wieder mit vollen Tönen neu beginnen konnte. Wer glaubt, dass Pensionierte dem Leben bereits etwas entfernt sind, täuscht sich arg; denn die beiden Herren haben in kürzester Zeit im APC mehr fertig gebracht, als manche, die schon  Jahre lang hier eine Band leiten.

Schon nach 3 Tagen Einsatz der beiden Musiker aus Schweden beginnen unsere Kinder und Jugendlichen mit den Blasinstrumenten zu marschieren.