Donnerstag, 6. März 2014

Ein absoluter Fehlschlag

Die reiche Regierung hat einen nationalen, obligatorischen Gebetstag gegen das Ermorden von Frauen und Kindern ausgerufen; denn fast täglich liest man in den Zeitungen, dass eine Freundin vom Freund niedergemetzelt wurde, dass dort ein Mädchen erwürgt wurde, dass eine Mutter erschossen wurde etc....
Hier wurde das APC aufgerufen, in einer Kundgebung mitzumachen und den Gebetsausrufer mit dem Piano zu untermalen. Während Stunden standen Kinder und Jugendliche auf dem Hof, mussten die Hände falten und Gott bitten, dass er die Gewalt der Männer stoppen muss.
 Die Arbeitgeber wurden aufgefordert, im ganzen Land den Arbeitern frei zu geben, dass sie an solchen Versammlungen mitbeten sollten. So muss nun der Bankdirektor seine Arbeiter/innen zum Gebet aufs Feld schicken. Ich habe meinen Lehrern nicht frei gegeben, sondern sie aufgefordert, die Kinder besser zu erziehen; denn gute Erziehung sei Hilfe gegen die Gewalt.
Es ist schon so, dass z.B. eine Freundin vom Freund masslos viel Materielles verlangt. Und weil der Freund verliebt ist, gibt er, was er nur kann, in manchen Fällen sogar sein ganzes Erspartes; denn diese hübsche Freundin ist doch sein Besitz. Aber wenn er dann erfährt, dass diese seine Freundin hinter seinem Rücken mit einem andern Mann etwas abgemacht hat, fällt er in eine solche Wut, dass er sie einfach umbringt, und je nach Frustration, diese Freundin in Stücke zerhackt.

Mittwoch, 5. März 2014

Dunkelste Nächte werden "Alltag"

Am Sonntag in der Früh klopfte ein Lehrer vom APC an die Tür: "Ich brauche Deine Hilfe!" Aschgrau war sein Gesicht, als er erzählte , wie jemand in der Nacht die beiden Brüder seiner Frau mit einem Dolch niedermetzelte. Der Mörder rannte während Stunden der Hauptstrasse entlang, um mit Autostop zu fliehen, doch die Polizei war diesmal schneller. Nun hockt er hinter Gitter.
"Was soll ich denn da helfen?" wollte ich wissen. Der Lehrer flehte mich an, seine Frau, die zu Hause bewusstlos am Boden lag, ins Spital zu bringen.
In letzter Zeit häufen sich die Morde. Täglich muss man in den Zeitungen lesen, dass letzte Nacht wieder eine Person umgebracht wurde.
Früher las ich noch solche Berichte durch, doch heute überfliege ich sie ähnlich wie die Waschpulver Reklamen.
Der Präsident ruft nun den morgigen Tag zu einem nationalen Gebetstag gegen dieses brutale Morden
auf. Ob das wohl etwas bringt, fragen sich einige, die eher dafür stimmen, alle Trinkbuden zu schliessen.

Freitag, 28. Februar 2014

Arbeit in letzter Minute

Morgen gehen diese Marimben ins Arts-Centre nach Otjiwarongo. Der Board dieses Arts-Centre hat diese Marimben schon bezahlt, und nun kommen die Jugendlichen im Workshop des APC's Tsumeb arg ins Rotieren, als ich sagte, dass alle 4 Marimben aus dem Raum, wo sie schon seit 3 Monaten auf einen Käufer warteten, herausgenommen und die Stimmung nachkontrolliert werden musste. Nun kam Gideon, der diese Marimba herstellte, recht ins Schwitzen, als er feststellen musste, dass einige Töne nicht mehr auf 440 Herz stimmten. Eine Erfahrung mehr: Die Klangstäbe aus dem harten Dolf-Holz muss während Jahren fürs Trocknen aufbewahrt werden. Ich nehme an, dass nicht alle Hölzer während des Marimba Bauens total ausgetrocknet waren, und nun sind sie ausgetrocknet, aber dafür sind sie bis zu einem Viertel Ton gestiegen und klingen deshalb falsch. Also müssen wir beim nächsten Marimba-Bau achten, dass alle Klangstäbe aus den gleichen Brettern gleichzeitig zugesägt werden. Noch eine weitere Erfahrung: Das ganze Lehrer-Team schämte sich ein wenig und wollte im Workshop helfen, alle Stäbe nachzustimmen. Doch wir waren zu viele, standen einander auf die Füsse, und schliesslich liess ich nur noch 4  Lehrer weiterarbeiten. In letzter Zeit konnte ich ab und zu feststellen, dass die Lehrer solidarischer geworden sind. Wenn es einem nicht so gut geht, versuchen sie ihm zu helfen. Wenn einer einen Blödsinn macht, wird er zurechtgewiesen. Sie sind einander nicht mehr gleichgültig wie am Anfang. Ich kann sagen, dass sich im APC eine gute Entwicklung zeigt.

Mittwoch, 26. Februar 2014

Es gibt auch sehr kreative und fleissige Volontärinnen

Diese Esther Tresch aus der Schweiz ist täglich  von 8°° früh bis 17°° mit den Kindern und Jugendlichen im APC beschäftigt. Um 19°° sieht man sie immer noch mit Malen und Vorbereiten der morgigen Lektionen im Malhaus. Man sieht es ihr an, dass sie diese kreative Arbeit mit den Afrikanern liebt; denn immer mehr Kinder drängen sich ins Malatelier. Solche Künstler(innen) dienen dem APC am meisten. Schon nach den ersten 2 Wochen ihrer Ankunft konnten Jugendliche ihre Bilder an eine Ausstellung in die Hauptstadt schicken.

Ein Fluss strömt rund ums APC

Um 3°° läutete das Telefon. Eine mir unbekannte Schweizerstimme wollte wissen, ob es in Tsumeb regne. "Nein", hier war tiefbauer Himmel. Die Frau sagte weiter, dass sie im Etosha Park mit einem Auto herumfahre, dessen Scheibenwischer nicht funktionierten.
Plötzlich brausten von allen Himmelsrichtungen Wolken heran, ein Blitzen und Krachen liessen die Musizierenden verstummen, und nach kurzer Zeit strömte ein kräftiger Fluss  um den APC Haag, wo noch vor wenigen Minuten eine Strasse entlang führte.

Montag, 24. Februar 2014

Die Grossen fressen die Kleinen auf

Als ich heute Abend einen dicken Fisch zubereiten wollte, glitt ein kleiner Fisch aus dem Bauch des Grossen.
Ein Bub, der mir zuschaute, fragte erstaunt, ob es wirklich Fische gebe, die schwanger sein können.

Ein anderer Junge gab treffend die Antwort, dass es wie bei den Menschen sei: Die Grossen fressen die Kleinen auf.
"Was sagst Du da?"
"Schau doch die Paläste in der Hauptstadt an! "


Freitag, 21. Februar 2014

Neue Unterrichtsmethode

Die Harfen Hilfslehrerin hat eine eigene Unterrichtsmethode entwickelt. Als ich wissen wollte, warum sie sich nicht auf einen Stuhl neben die Harfenschülerin setze, gab sie mir eine ganz bestimmte und klare Antwort:" Ich muss nicht nur auf die Fingerhaltung und auf die Noten schauen, sondern ich muss den Schülerinnen das Gesicht betrachten, um herauszufinden, ob sie dabei fröhlich seien und das Musikstück gerne haben. Das ist sehr wichtig!" Ja, es stimmt, ihre Schülerinnen sind pünktlich und sehr konzentriert beim Spiel.