Sonntag, 22. August 2021

das erste grosse Konzert mit wahren Genies

Der 10 jährige Genie tanzt endlich wieder nach fast 2 Jahren Stille. Am gestrigen APC Konzert tanzte der Junge in sekundenschnellen Bewegungen und war sich wie ein Ball auf und ab, und dies alles noch zu schnellem Rhythmus der Trommeln; nicht so wie das Orchester und die Bands, die lurch diesen langen Lockdown aus dem Rhythums geraten sind. Vieles muss wieder auf die Schienen gebracht werden.

 

Dienstag, 17. August 2021

Training: Totentanz von Camille Saint Saens

Die Sonne ist am untergehen. In wenign Minuten wird es dunked sein. So beginner wir im UN-Stadt Park den Totentanz oder Dance macabre für die Filmaufnahme infangs September zu üben.



Wenn wir jetzt nicht umdenken, d.h. zum Schutz des Lebens, bleibt uns nur noch der Totentanz übrig.



 

Sonntag, 15. August 2021

Der nächste Film: Umweltschutz

Jeden Tag üben wir im Stadtpark den Film "Was können wir zum Schutz unserer Umwelt tun?"
Weiter :
 
Jeder Lehrer und die meisten Lehrerinnen vom APC haben in der Nähe des Lehrerhauses ein Gemüsebeet angelegt und können so ihren täglichen Hirse-oder Maisbrei mit gesundem Grün bereichern. So missen sie  das Fleisch weniger und bleiben gesünder. All jene, die vom Corona infiziert wurden, sind wieder gesund und fit, auch ich.
Hier, wo früher Auto standen, wächst Gemüse und Salat.
So machen wir nicht nur Musik und malen, sondern lernen auch zu gärtnern , um gesund zu bleiben.

Samstag, 14. August 2021

Neue Entdeckung für das Überleben des APC


 Das 2. Schülermeeting nach dem harten Corona Lockdown: Ich stand vor der ueberraschend grossen Menge der Kinder und Jugendlichen und unterdrückte das Weinen; denn ich sah, wie alle musizieren, tanzen und malen möchten, und anderseits sah ich bereits das Schliessen des APC wegen des Geldmangels; denn das Geld reicht gerade noch bis Ende August fuer die Lohnauszahlung von 38 Angestellten der Leiden APC Oshikuku und Tsumeb. Die Gitarrengruppe begann zum Glück einen Tanz zu spielen, und ich gewann dadurch Zeit, kreative Ideen aus dem Hirn zu schütteln, wie ich endlich Geld käme. Und plötzlich schoss eine Glanzidee hervor: Warum  versuche ich es nicht mit Forex Robot Trading? 

Nach dem meeting kam Willem, der früher oft um Essen bettelte, zu mir und fragte, warm ich heat nicht so strahle und so verhalten sei. Ich hatte Fragen: Seit 3 Jahren habe ich Dich nicht mehr gesehen, was machst Du eigentlich? Seine Antwort war: Zu Hause sitzen und warten? Worauf? Auf Geld! Ich auch, entgegnete ich ihm.  Hast Du einen Laptop? fragte ich weiter. Seine Antwort: Nein, aber ein Smartphone. Gut, sage ich, komm am Abend zu mir und probier das Glück mit Forex Trading. Ich wusste, dass er etwas davon verstand.

Samstag, 7. August 2021

APC Tsumeb und APC Oshikuku haben heute total neu begonnen

 Gestern wollte ich ein normales Schülermeeting abhalten, so wie wir es jeden Freitag Abend nach den Lektionen zu tun pflegten. Aber nun klappte nichts. Die Kinder waren anwesend, aber niemand war weder konzentriert noch erfreut. Es schienen sich alle fremd geworden zu sein. Dieser anhaltende Corona Lockdown hat den Kindern und auch den Jugendlichen psychisch geschadet. Sie sassen unruhig da; viele nagten an den Fingernägeln, schauten weit weg mit oft sehr traurigen Augen. Die meisten von ihnen, so sagte mir eine Lehrerin, wurden während 9 Wochen in ihren Hütten eingeschlossen und langweilten sich, niemand spielte mit ihnen; denn die Angstmache "Corona" war gross. Eine traumatische Stimmung herrschte, nur einige Musiklehrer/innen drängten sich auf der hintersten Bankreihe zusammen.

Als ich fragte, wer übers Wochenende üben komme, hielt ein Mädchen die Hand hoch, und alle schauten auf diese Hand, und plötzlich hielt die ganze Bande die Hand hoch. Als ich einen Jungen fragte, warum er die Hand hochhalte, sagte er verwirrt, dass er es auch nicht wisse. Ich glaube, dass ich in meinem ganzen Leben noch nie so hilflos vor Kindern stand. Nach einer Weile verliessen alle das APC, nur Joshua, der Flüchtling aus dem Kongo, blieb zurück und sagte, dass er morgen kommen und einfach mit allen singen werde.

Joshua erschien heute mit der Gitarre, aber von den 80 Kindern von gestern waren nur 4 anwesend. Er begann mit ihnen kongolesische Lieder zu singen, und anschliessend spielten sie Schach.


DER NEUBEGINN: Heute morgen um 10h hätte unser Board -meeting beginnen sollen. Shangelao, der Leiter des APC Oshikuku, die Sekretärin und ich waren anwesend. Alle andern hatten Ausreden, wie z.B. ein anderes Meeting, auf der Farm zum Rechten schauen, kein Geld für den Transport bis zum APC  zu haben usw. Da beschlossen wir Drei, das APC von Neuem aufzubauen, alles neue Boardmitglieder zu suchen, denen das APC am Herzen liegt, und  mit den Lehrern/innen, welche die ganze Zeit geübt hatten, neue Strukturen aufzubauen.


Montag, 26. Juli 2021

Muss eine Regierung für das Wohl seines Volkes sorgen, oder muss das Volk für den Reichtum der Regierenden sorgen?

Ich versuche mich kurz zu fassen; denn das Lesen ist heute nicht mehr jedermanns Sache:

Heute morgen ging ich ausnahmsweise etwas früher als sonst ins APC, um die Sekretärin und den Gärtner zu begrüssen. Da rumpelte plötzlich ein kleiner Laster heran, und 6 Männer luden in grösster Eile 25 recht grosse Schachteln im APC ab. Höflich fragte ich, wer da etwas bestellt hätte. Da keine Antwort kann, fragte ich etwas lauter, was das soll? Keine Antwort! Da fragte ich noch lauter, ob das ein Überfall sei, oder was? Ich rief der Sekretärin  sehr laut zu, damit es alle hören konnten:"Narisha, kannst Du schnell der Polizei anrufen; denn da geht etwas Krummes im APC vor!"  Da rannte der Chef dieser Gruppe zu mir und bat mich, ruhig zu bleiben; denn der Chef der Gemeindeleitung hat uns den strikten Auftrag gegeben, in aller Eile 25 Feuerlöscher an jede Hütte in Front zu installieren. Ich erklärte ihm, dass sie alles wieder aufladen müssen; denn wir haben vor 2 Jahren 2 grosse Feuerlöscher mit dem angemessenen Wasser-Druck installiert. Aber dann befahl dieser Mann seinen Feuermännern, so schnell wie möglich die Löschgeräte an jedes Haus zu hämmern, und schon bohrten einige mitten durch die schönsten Bilder grosse Löcher. Während ich den Männern die Bohrer aus den Händen zu reissen versuchte, telefonierte der Vormann, und kurz darauf traf der Chef der Rechnungsprüfung der Gemeindeleitung ein und begann auf mich mit Schimpfen loszuhämmern , aber ich hämmerte ebenfalls zurück mit treffenden Worten:"Ja, in den Zeitungen las ich, dass Ihr in der Gemeindeleitung x-Millionen Steuergelder veruntreut habt und den Armen immer wieder vorlügt, dass ihr für  sie kein Geld habt, um ihnen mit Toiletten und Trinkwasser zu helfen." Aber er liess mich nie ausreden und fiel immer gröber auf mich her, bis ich schliesslich fragte, wer für den Schaden der zerstörten Kunstbilder aufkäme; denn sie stehen unter UNESCO Schutz. Er fluchte sogar und ich drohte mit der Polizei. Aber er hörte mit Fluchen und Wettern nicht auf, wurde immer lauter. Ich glaube, wenn wir alleine in diesem APC Office gewesen wären, hätte er mich kurz erwürgt.

 Da erschien plötzlich der Chef einer Möbelfirma und fragte nach Shapange, der im APC arbeitet und sich der Polizei zu stellen habe. Ich war froh um dieses Intermezzo, auch wenn es in Moll und piano tönte. Der Shapange hatte Möbel und eine Kühltruhe auf serienweise Abzahlung mitgenommen, hatte nie etwas bezahlt und sei verschwunden." So werden wir ihn einlochen müssen. ", sagte der Möbelhändler, und traurig  verabschiedete er sich.

 Der Schreier, der inzwischen hinausgegangen war, lief nervös hin und her. Ich rief ihm, dass er jetzt zu verschwinden habe, ansonsten werde ich mich an die Presse wenden und erklären, was da vorgeht. Da schrie er zurück, und ich ging zu den Bohrmännern und stoppte sie heftig mit dem Aufruf: "Wer wird für die Millionen  Kosten aufkommen, wenn ich Euch der Bilderschänderei anklage?" Da hörten sie auf zu bohren und hämmern und sahen selber, was sie da beschädigten. Da kam wieder der Schreier und befahl mir, diesen Männern da zu zeigen, wo die 25 Feuerlöscher anzubringen wären. Aber ich sagte ihm, dass ihn das überhaupt gar nichts angehe. Einer der Bohrmänner, der sich hinter einem Baum versteckt hatte, lächelte und klatschte mir leise zu. 

Um das folgende Intermezzo freute ich mich weniger: Ein grosser, etwas zu rund geratener Mann kam mit seiner Frau am Arm heran und fragte mich schüchtern, ob er vom Spinat in meinem Gartenbeet etwas heim nehmen dürfe. Ich gab ihm zu verstehen, dass er am Nachmittag kommen sollte. Höflich bedanke er sich, und seine Frau beschimpfte ihn als Weichei. Aber da rief ich ihr zu, dass ein höflicher Mann kein Weichei sei. Die Frau wusste nicht, dass ich ihre Bantu-sprache verstand und schämte sich. Als sie das APC verliessen, schrie der Buchhalter der Gemeinde wieder und wollte in Sekundenschnelle meine Anweisungen an die Arbeiter gebe und befahl mir noch, mit diesem dicken Filzstift ein grosses X an die Wände zu schreiben, damit diesen Männer klar sei, wo die Löschboxen anzubringen seien. Als er sah, dass sie nicht mehr so ganz eifrig  zuhörten und miteinander tuschelten, befahl er, dass sie jetzt sofort zu beginnen hätten, anderseits werde er dafür sorgen, dass sie ihre Arbeit verlieren würden. Da wurde ich so wütend, warf den roten Filztift weg und schrie:" So macht halt das ganze APC kaputt und ich gehe." Das traf alle. Der Schreier rannte hinaus und donnerte mit seinem Mustang davon. Die Arbeiter riefen mich zurück und bedankten sich riesig:"Endlich hat jemand aus der Gemeinde gewagt, diesem korrupten Machtmensch die Meinung zu sagen, und zwar so laut, dass es alle Leute auf der Strasse hören konnten." So einen Schluss hatte ich nicht erwartet. Beruhigt dankte ich zurück.

Eine arme Frau mit dem Baby auf dem Rücken schleppte sich mühsam heran und bettelte einige Dollars, denn sie sei so hungrig. Ich hatte kein Geld bei mir, schickte sie aber zur Gemeinde mit der Bitte, diesen Mann, den sie eben wegbrausen sah, um Geld zu bitten; denn er sei an der ganzen Armut der Leute in den Blechhütten mitschuldig. Sie nickte und ging. Und alle klatschten , auch die plötzlich aus einem Versteck hervorkommenden Lehrer vom APC. Der Cello-Lehrer Muinee trat hervor und bemerkte, dass die Feuerwehrmänner doch alles wieder einsammeln, auf den Lastwagen laden und wieder in die Lagerhalle zurückbringen sollten. "Wir lassen unser APC nicht zerstören," sagte er mutig. Und sie folgten seinen Anweisungen.

Da fuhr der frühere Stadtpräsident heran und fragte, was da los sei und wo die Beweispapiere der UNESCO seien. Wir alle gaben ihm zu verstehen, was Korruption bedeutet; denn in allen Zeitungen war letzte Woche zu lesen, wie die Gemeindeverwaltung  17 Millionen von den Steuergeldern und Wasserrechnungen der Einwohner in Tsumeb abgezwackt hätten. "Nein, die Zeitungen lügen alle!" verteidigte sich der Alt-Präsident. "What, Zeitungen lügen?" fragten alle . Aber ich fuhr fort:"Mit diesen Millionen hättet Ihr schon längst im Armenviertel Toiletten bauen können. Und wer bezahlt Eure Rechnungen von den täglichen Nachtessen, die Ihr in den Hotels verspeisen?" Er war sehr nervös.

Plötzlich klopfte mir die Sekretärin auf die Schultern und bat mich, den Mann dort von der Werkstatt Leitung der Gemeinde zu begrüssen. Okay, dieser bat mich, ihm morgen alle Wasserrechnungen vom ganzen Jahr zu bringen; er werde dann ankreuzen, wo die Gemeindeleitung mich betrogen hatte, und er wollte gleich etwas Geld für diese Arbeit. Da schaltete sich der Zeichnungslehrer ein:" Ja, der neue Major, der gut ein Jahr auf seinem Posten sitzt, hat in dieser kurzen Zeit 3 Häuser erworben, mit welchem Geld?"

Der Schreier, also genau der Rechnungsprüfer der Gemeinde, hatte solche Angst vor der Antikorruptions-Kommission, die eben Kriminalität untersuchen muss, dass er nun sucht, wo und wie er künstliche Quittungen vorweisen könnte, und so dachte er ans APC. Da werde er die Feuerlöscher anbringen können; aber bei uns hatte er nun seine Finger verbrannt; denn wir hatten schon längst eine Versicherung und professionell angebrachte Feuerlöscher, aber das wusste er nicht.

Abends fuhr er bei meinem Haus langsam vorbei, winkte und lächelte verlegen. Dasselbe tat ich auch.

Der Mann hat Angst vor dem Gefängnis. Viele Regierungsleute müssen sich nun hinter Gittern begrüssen, so auch einige Minister.


Montag, 19. Juli 2021

Die Post hat Corona

Heute morgen eilte ich zur Post in der Hoffnung, ein Paket mit Stricksachen empfangen zu können. Auch wenn es noch so tragisch ist, aber das Gesehene war doch zum Lachen: Das Postgebäude war wegen des an Corona erkrankten Personals abgeschlossen; dafür lagen Dutzende Pakete, Couverts in allen Grössen auf der langen Mauer vor dem Gebäude. Hinter dieser Mauer rannte ein Pöstler hin und her und rief die Adressen laut zu den Wartenden. Und immer wieder blies ein eisig kalter Wind die Briefe von der Mauer auf die Strasse, welche die Leute wieder einsammelten und auf die Mauer legten. Man hörte ihn zwischendurch schreien: Bitte 2 m Distanz! Aber trotzdem blies der Wind von neuem wieder die Briefe davon. Hoffentlich fliegt meine Wasserrechnung auch davon, wünschte ich und bei einer guten Gelegenheit rief ich dem  Pöstler, ob da nicht auch ein Paket fürs APC vorhanden sei. "No, come tomorrow!"

So begab ich mich wieder auf den Heimweg, wollte noch in die Bank nach einem Statement fragen; aber auch das war unmöglich; denn viele Kunden warteten in einer langen Reihe, weil nur ein Schalter bedient wurde, auch Corona!

Da ging ich noch in einen Fisch-Laden, die Türen standen offen, und niemand war zu sehen. Da öffnete ich einige Kühltruhen und suchte vergebens nach dem Hake Tiefsee Fisch. Da fand ich nur noch  kleine Fischchen, von denen ich einige in die Tasche schob. Da erschien eine Verkäuferin und jammerte, dass wir kaum noch Fische bekommen; denn China und nordische Staaten haben unsern Ozean überfischt, und aus Süd Afrika ist im Moment nichts zu erwarten. Ich bezahlte, und da sie kein Wechselgeld zur Verfügung hatte, schenkte ich ihr den Rest. Sie strahlte und zählte mich zu ihren Freundinnen.