Mittwoch, 3. April 2019

Das Tier spürt seinen Ursprung


Viele Leute sitzen um den Küchentisch, schwatzen und trinken dazu Kaffee. Plötzlich springt meine Katze auf den Tisch, stolziert um jede Kaffe Tasse und wirft dabei jedem einen abschätzigen Blick zu. Doch beim San legte sie sich auf die Kante nieder, schaute hingütig an, und die beiden schienen sich bestens zu verstehen. Alle hörten ihm zu, wie er mit der Katze lispelt.
Dann sagte er zu uns Anwesenden: Wir kennen die Sprache der Tiere; sie lieben uns, und deshalb töten wir sie nicht. Auch mit Löwen diskutieren wir. sogar mit Schlangen. Damals vor 70 Jahren wurden die San aus der Etoscha von den Deutschen vertrieben .
Die San möchten wieder in die Etoscha zurück. Ich denke, dass so eine Wiederansiedlung mit wenigen San die beste Methode wäre gegen die Wilderei.

Dienstag, 2. April 2019

Kommentare kann ich nicht beantworten

Jemand hat mich gefragt, warum ich nie die Kommentare auf meine Blogs erwidere. Meine Blogs geben keine Kommentare wieder. Vielleicht kann ich sie nicht öffnen, oder dieses Programm gibt keinen Platz dafür.
Deshalb bitte ich jene, die einen Kommentar auf meinen Blog jeweils abgeben möchten, ihn über die E-mail zu senden: artslis@mweb.com.na

Montag, 1. April 2019

Der chinesische Botschafter

Genau nach Mitternacht vom 01.April auf den 02. April erschien er wieder, diesmal mit vielen Bodyguards; alle lachten, übergaben mir einen Check: Anstelle der 50 Millionen erwarteten Namibian Dollars war geschrieben: Der erste April ist vorbei. Ich erwachte aus dem Traum, stand auf und schrieb 20 Adressen reicher Firmen auf Couverts, die ich morgen mit respektvollen Bettelbriefen füllen werde.
Das ist kein Scherz mehr, nur noch harte Nachtarbeit.

Sonntag, 31. März 2019

Verkaufsvertrag

Gestern auf heute , um Mitternacht 24°° 30 läutete der chinesische Botschafter bei mir. Was in der Welt er noch so spät von mir wolle? Ich bin weder noch schön, noch sexy, noch jung.
Nichts dergleichen wolle er, sondern nur einen Vertrag mit mir aushandeln; denn er wolle so ein wunderbares APC aufkaufen. Ich sagte den Preis: 16 Millionen Namib.Dollar, woraufhin seine Schlitzaugen plötzlich rund wurden und zu rollen begangen.
Er öffnete eine Brieftasche, entzog ein mit chinesischen Zeichen schön verziertes Papier hervor.
Ich konnte lesen APC Tsumeb, vorher in den Händen einer Schweizerin, dahinter ein durchgestrichenes Schweizerkreuz und daneben das China Zeichen.
Er wagte mich zu fragen, ob ich diesen Zettel unterschreiben möchte.
Was er mit dem APC machen würde, fragte ich ihn etwas misstrauisch. Dann lächelte er milde und sagte: Musik, vor allem Mozart, den er so gut möge und auch etwas tanzen, aber mit Papierregenschirmen und natürlich malen und chinesische Schriftzeichen lernen.
Gut, ich unterschrieb den Vertrag.
Morgen werde er das Geld vorbei bringen.
Ende gut, alles gut, dachte ich und atmete auf; denn nun sind wir aus den Geldsorgen entkommen.

Donnerstag, 28. März 2019

Jetzt, wo es um Geld mangelt, kommen so viel Kinder ins APC


Der Gitarrenlehrer Junias muss abends geschafft sein; denn jede Lektion mit so vielen Kindern zu meistern, braucht Energie und Nerven. Aber Junias macht weiter, auch wenn sein Lohn nur noch halb ausbezahlt werden kann.
Hier sind die Kinder, die auf die nächste Lektion für Musik warten. Es sind auch hier zu viele Kinder, um genügend Spielsachen offerieren zu können. So hat sich eine junge Frau aus dem Dorf  freiwillig zur Verfügung gestellt, mit den Kindern einfach sogenannte Gesellschaftsspiele, Bewegungsübungen usw. zu machen.
In diesem Zusammenhang möchte ich hier Leser oder Leserinnen anfragen, ob sie vielleicht zu Hause  übrige Lego Steine besitzen, die im Estrich ihre Langeweile verbringen. Warum solche Steine nicht unsern Kindern hier zu schenken? Das würde unsern Kindern gut tun.
Unsere Adresse:
APC
 P.B. 223
TSUMEB  Namibia

Herzlichen Dank im Voraus, Lis Hidber

Samstag, 23. März 2019

Ein neuer Freund


Schon seit Wochen sitzt jeden Morgen ein Mann des Urstammes San in meiner Küche und trinkt Kaffee. Er stört mich nicht, im Gegenteil: Er weiss so viel zu erzählen von der alten Zeit, als die Deutschen die San aus der Etoscha Pfanne (hier Heimat) vertrieben, als sein Volk noch das Jagdrecht hatte, als die Buren ihnen mir der Peitsche nachrannten, wenn sie ein Huhn jagten usw. Heute liess er ein Schildkröten Baby auf dem Küchentisch über die Teller krackseln. Er bringt immer Überraschendes mit; Mal sind es Heilwurzeln, letzthin brachte er wilde Pflaumen aus dem Busch; aber wenn er mit einer Schlange um den Hals erscheint, habe ich weniger Freude.
Einmal fragte ich ihn, warum er täglich zu mir komme, und seine Antwort lautete, dass er doch mein Freund sei.

Zur Zeit wimmelt es nur so von Kindern und Jugendlichen im APC. Ich muss mit Neu Anmeldungen stoppen; denn alle Hütten sind überfüllt und die Lehrer sind zu wenig.
Es ist mir schon klar, weshalb dieser grosse Zulauf eintritt: Hier gibt es frisches Wasser zu trinken.
Meine Gewissensfrage drängt sich mehr und mehr auf: "Soll ich den Kindern raten, Violine, oder Piano, oder Cello, oder Gitarre oder Marimba  zu lernen? Sie würden zu allem einfach JA sagen, weil es ihnen in diesem Paradies gefällt."
Die meisten lernen und begreifen unheimlich schnell. Das animiert mich zu sagen:"Geht in alle Hütten, schaut ein wenig zu, wie das betreffende Instrument tönt, und erst dann entscheidet Euch, welche 3 Instrumente Ihr lernen wollt." Auf dem Anmeldeformular dürfen sie 3 Instrumente ankreuzen.
Ich sehe dann, dass sich die meisten Kinder gar nicht entscheiden können. Viele wollen bei jenem Lehrer oder jener Lehrerin bleiben, der oder die ihnen lieb und vertrauenswürdig erscheint.

Polizisten bringen ihre eigenen Kinder, weil sie wissen, dass eine APC-Beschäftigung eine gute Vorbeugung gegen Strassenkriminalität ist. Oder Lehrer bringen ihre Kinder, weil sie gesehen haben, dass die APC Kinder in den Schulergebnissen besser abschließen.
Einige Jugendliche kopieren jene, die bereits auf dem Weg zu einem selbstständig reicheren Lebensunterhalt sind. So z.B. Ronaldo, der  mit seiner Geige Konzerte in der Hauptstadt gibt, der an vielen Festen spielt, der sogar mit Pop Musikern zusammen konzentriert, der auf der Bühne so fiedelt, dass ihn all die weiblichen Zuschauer berühren möchten.
Wenn ich sehe, dass Kinder zufrieden lächeln und strahlen, wenn sie zum Beispiel auf dem Cello ein schön klingendes Lied spielen können, denke ich, dass die Musik ihren Zweck erfüllt, nämlich Freude bereiten.
Wenn ich abends von der vielen Arbeit gestresst bin,  gehe ich Mitternachts ins APC und spiele so lange, bis ich den Eindruck habe, den Tag mit Genugtuung abschiessen zu können.
Vielleicht ist es das, was mich so gesund erhält.
Die Musik muss etwas Ewiges in sich haben.