Samstag, 2. September 2017

Solche Freiwilligen sind Diamanten

So einen Einsatz habe ich noch nie gesehen: Michaela Eyberg kam nach Mitternacht nach einer über 30 stündigen Fahrt von Wien nach Tsumeb an. Das war letzte Nacht vom Freitag auf heute Samstag. Schlaf aus , riet ich ihr; aber nein: Michaela sass heute schon früh im Cello Zimmer, wo sie zusammen mit den Jugendlichen die Musikinstrumente richtig spielbar machte. Es erschienen viele Jugendlichen und baten schon um die erste Lektion. Gerne wäre ich mit ihr morgens am Sonntag in die Etoscha gefahren, doch sie verneinte; denn sie sei nicht mit dem Touristenprospekt in der Tasche gekommen, sondern mit dem Willen, unsern Jugendlichen zu helfen.
Man muss nicht viel über die Volontärinnen oder Volontäre sagen: Hier spüren die Jugendlichen, wer es wirklich gut meint mit ihnen und wer ihnen Zukunftsperspektive vermittelt.
Es ist überhaupt interessant, wie die Kommunikation hier geht: Wenn es um Gutes geht, sind plötzlich viel da, ohne dass ich sie etwa gerufen habe. Geht es um Egoismus, erscheinen die Jugendlichen nur auf Befehl. Das ist meine Erfahrung in Afrika.

Freitag, 1. September 2017

Grosse Hilfe wieder angekommen

Lange haben wir auf die beliebte Michaela Eyberg aus Wien gewartet. Und endlich, um 01°° ist sie eben aus dem tiefgekühlten Intercape gestiegen, eine über 30 stündige Reise von Wien bis nach Tsumeb.
Viele ihrer letztjährigen Cello Schüler/innen wollten sie abholen kommen, doch die meisten hatten sich wahrscheinlich verschlafen. Michaela kam mit einem kleinen Rucksäckli an; die Koffern sind irgendwo in Süd Afrika auf der Strecke geblieben.
Die Hauptsache: Ihr Meisterkönnen für das Unterrichten ist nicht abhanden gekommen und ihre Fröhlichkeit ist trotz allem auch da.
Rechts im Bild: Michaela, hinten Selma Angala, eine Schülerin des Mining Technologie Institutes, die als Job Attachment dieses Institutes hier im APC  ihr Geigen- und Harfenspiel weiter erlernen darf, links davon der Celloschüler Jackson, ganz links Katolewe, welche für das Wohl von Michaela sorgt und im APC als Flötenlehrerin tätig ist.

Donnerstag, 31. August 2017

Der nutzlose Kerl

Vor 8 Jahren hupte ein Auto vor meinem Haus, ein wütender Mann stieg aus und zog hinter sich einen Jungen her. Er schrie zu mir: Mach aus dem Bengel, was Du willst; ich habe genug von ihm und warf ihn mit einer Wucht über wieder ins Auto stieg und wegfuhr, wischte der Bub die Tränen ab und begann meine Fragen zu beantworten.
Am liebsten wolle er Gitarre spielen, schluchzte er. Ich kochte ihm einen Kaffee.
Heute, nach 8 Jahren, ist er der beliebteste Lehrer im APC und Dirigent des Juniororchesters.
Als er kürzlich von einem Schulprinzipal aus dem Süden Namibias gefragt wurde, an seiner Schule Gitarre unterrichten zu kommen, verneinte er dieses Angebot, er wolle doch lieber bei seinen Leuten hier im APC bleiben.

Vom Lehrer-Beruf zum Bettler-Beruf gesunken

Damals vor 3 Jahren konnte ich noch in Ruhe meinen Beruf als Lehrerin (hier im Bild für Harfe) ausüben. Aber bald darauf war es dann zu Ende mit der Ruhe, und ich musste mich dem Bettelberuf hingeben. Das Geld schien jeden Monat knapper zu werden, was ich bei der Auszahlung der Löhne für die 24 Lehrer und Lehrerinnen bemerkte. Anstatt 50 minütige Lektionen dauerten die Stunden höchstens noch 10 Minuten; denn ich musste mich auf meine Bettelbriefe zwischendurch konzentrieren,  und die Kontrolle und Hilfe für die Lehrer überliess ich dem Schicksal. So begann ich zu betteln, zuerst beim Staat, der aber erklärte, dass da kein Geld mehr sei, dann bei Geschäften, Minen, Fabriken, Banken und auch Privat-Personen. Um die Kinder-und Lehrerzahl nicht beschränken zu müssen, braucht es mich als Bettler.


Schon weit voran gekommen

Am 21. Oktober geben diese beiden Schönheiten Katja und Karina aus dem APC im FNCC (Französisches Kulturzentrum) in Windhoek ein Harfenkonzert.
Sie haben die Schule noch nicht beendet, kommen aber täglich ins APC zum Üben . Diese beiden dürfen in eine gute Zukunft blicken, statt einmal betteln zu gehen.

Dienstag, 29. August 2017

Namibia ist eine Reise wert

Nun haben wir 2 Wochen Schulferien, auch das APC macht halb zu, und ich benutzte die Gelegenheit, mit einigen Lehrern einen Ausflug zu machen, einfach so etwas um Tsumeb herum, und was sahen wir?
Die Bilder erzählen es selber:






Und am Schluss gingen wir in meine Küche, um uns einen Kaffee zu kochen. Einer hatte die freche Idee, ohne zu fragen den Kühlschrank zu öffnen. Da schrie er: Auch hier noch Tiere!

Sonntag, 20. August 2017

Versuch, uns selber zu finanzieren

Die Gemeinde hat uns endlich einen Raum zur Verfügung gestellt, den wir in eine attraktive Galerie  umbauen, damit wir unsere Bilder und andere Handarbeiten wie kleine Schnitzereien und Schmuck hier ausstellen und zum Verkauf anbieten können.
In einer Woche sollte dieser Eingang zur Galerie fertig dekoriert sein. Einige Bilder und Halsketten wurden bereits bei der Einrichtung von Besuchern gekauft.