Sonntag, 23. März 2014

Gefährliche Stoffe in der Luft von Tsumeb.
Letzte Woche klagten viele der APC Kinder über ein metallenes Gefühl im Rachen und über Kopfweh. In den selben Tagen zeigten die neuen Bananenblätter im Garten bräunliche bis dunkelblaue Flecken. Wenn es wegen Wassermangel wäre , würden die Blätter vom Rand her braun werden. Dem war nicht so, zudem haben wir jetzt eine starke Regenzeit.
Was hängt da wohl in der Luft? Ist es Arsen von der Kupferschmelze? Tsumeb schmilzt rumänisches Kupfer ein.

Freitag, 21. März 2014

Tag der Unabhängigkeit Namibias

Heute feiert Namibia 24 Jahre Unabhängigkeit. Der Krieg gegen die Apartheid und gegen die Unterdrückung der Schwarzen wurde 1990 beendet.
Doch die Räuberei, die Korruption und das Morden an Frauen und Kindern nahmen seit jenem grossen Tag kontinuierlich zu. Also total verkehrt.
Am heutigen Tag wollte ich endlich ausschlafen und meine Büroarbeit erledigen. Doch es kam anders, auch  verkehrt: So viele Jugendliche und Kinder kamen ins APC üben, malen und spielen; denn zuhause langweilten sie sich.
Nun sehne ich mich nach einem Tag, wo ich mich vom APC unabhängig machen kann.

Samstag, 15. März 2014

Geniale Talente


Es entwickelt sich eine ganz neue Tanzart im APC. Hip Hop, Kwaito und Rap sind langsam verleidet. Die Kinder und Jugendlichen tanzen vermehrt Geschichten, wie hier: Der Grosse muss nicht meinen, dass er der Grösste sei; denn wir Kleinen verstehen es, ihn zu attackieren. Während der Grössere knietief tanzt, springt ein Jüngerer im Salto auf seine Schultern, und gleich bereitet sich ein noch Kleinerer auf einen Salto vor.


Und schon kann sich der Grosse mit diesem Gewicht nur noch schwer vorwärts bewegen.  Die Musik dazu wird von Spielern selber gemacht.
Das "CD Bum Bum" ist langsam vorbei. Hier spielt einer auf dem Klavier, während ein anderer dazu  trommelt.   All das braucht vielmehr Übung, und diese Herausforderung macht ihnen auch mehr Freude.

Montag, 10. März 2014

Gebären und sterben geschieht so leicht in Afrika

Noch lachen diese Mädchen.
Aber wehe, wenn der Fahrer brüsk stoppen muss, oder wenn ein Betrunkener auf der falschen Fahrspur frontal in diesen Bakkie rast, dann lacht niemand mehr. Die Toten liegen auf der Strasse. Und jedes Wochenende berichten die Zeitungen von Ermordeten. Es sterben dauernd Leute. Bei einer so dünnen Einwohnerzahl von ca.2 Millionen in einem Staat, der fast 30 mal grösser als die Schweiz ist, müsste man glauben, dass Namibia bald aussterben wird.
Dem ist nicht so; denn es wird dauernd geboren; sogar Kinder gebären Kinder, einfach so gehen sie heute ins Spital, gebären, und am andern Tag sind sie schon wieder zu Hause. Je ärmer, umso schneller wachsen die Geburtszahlen.

Samstag, 8. März 2014

Ein Korb voll Eier

Es gibt verschiedene freiwillige, die im APC helfen kommen: Einige sind sehr gut, behalten Nerven und Humor mit den Kindern und Jugendlichen. Die bringen die Schüler auch auf ein höheres Niveau. Daneben gibt es die konsumkranken und alles besser wissenden Freiwilligen aus Europa, noch nicht einmal 20. Diese sind verwohnt, stellen hohe Ansprüche, und wenn ich sie nicht mit Materiellem befriedigen kann, werden sie oft sehr frech, nicht nur gegen mich, sondern auch gegen die Einheimischen, und diese Schwarzen sind beschaät über ihre Kolleginnen Anstand bewegen wollen.
Das sind die faulen Eier im Korb, welche so stnken, dass ich sie am liebsten mit dem nächsten Flugzeug heim schicken möchte.
Da muss ich oft die Katze im Sack kaufen.

APC Otjiwarongo

Die Stadt Otjiwarongo ( ca.180 km von Tsumeb entfernt) hat nun die vom APC Tsumeb neu erstellten Marimben bekommen. Nun sollte dieses Instrument der Gemeine Vorgestellt werden. Dazu hat uns Hans Leu eingeladen, diese Marimben mit den besten Spielern vom APC Tsumeb vorzustellen.
Die Zuschauer waren hell begeistert, vor allem dann ,wenn sie sahen, dass diese afrikanischen Instrumente mit Cello, Guitarre , Trompete und Flöte begleitet wurden.
Das ist die beste Reklame für das APC Otjiwarongo, das sich OTAC nennt.

Freitag, 7. März 2014

Überraschende Momente

Neben dem vielen Brutalen, von dem man täglich hört (sogar am Tag des nationalen Gebetstag gegen die Gewalt an Frauen und Kindern wurde eine Mutter vom Mann ermordet) gibt es auch viel Gutes und überraschend Schönes. Heute stürmten zwei junge Mädchen in mein Unterrichtszimmer und baten mich, ihnen zuzuhören; denn sie wollen mir ihr selbstgedichtetes Lied vorsingen. Während der kleine Junge, den ich gerade unterrichtete, verschiedene Chorde spielte, sangen die beiden Mädchen ein Lied mit voller Sehnsucht dazu. Es ging um Liebe und Enttäuschung. Am Schluss bedankten sie sich:"Endlich hat uns jemand zugehört."