Am Samstag Abend um halb 8°° sollte das APC Konzert beginnen. Unerwartet viele Leute standen schon um 7°° am Eingang und bezahlten die 5.- N$. Als ich aus meinem Haus kam und ins APC eilen wollte, schrie ein Junge:"Lis, go back, go back!" "Was soll der bloss!" dachte ich. Da hörte ich einen harten Schlag, und das Wasser strömte wie aus einem Gartenschlauch horizontal durch die Gegend. Ich rannte zurück und war total nass. Dunkel wurde es, und das Wasser strömte. Regen kann man dem nicht mehr sagen. 10 Minuten dauerte dieser Spuk. Die Strasse vor dm Haus war in einen Fluss verwandelt. Ich telefonierte den Lehrern, dass wir das Konzert verschieben müssen.
Dann rannte ich zum APC und sah, wie einige das Licht-und Soundsystem an die hintere Wand der Bühne zogen. Alles war nass, die Stecker, Steckdosen, Kabel usw.
Und alle waren traurig, weil ich das Konzert absagte. Der Cellospieler in Gala spielte einfach alleine seine Partitur durch und bemerkte: Auch wenn alle davonrennen, aber ich spiele jetzt mein Konzert. Niemand hörte zu, doch er selbst war so hingenommen von seinen Melodien.
Ein kleines Mädchen, das den ganzen Nachmittag sein Lied sang und sich auf die Vorführung am Abend freute, begann zu weinen, wir sollten doch bitte das Konzert durchführen. Es wollte trotz totaler Nässe sein Lied singen.
"Also, sing es", sagte ich und setzte mich, um ihm als Einzige zuzuhören, während die Lehrer enttäuscht die Licht-und Tonmaschinen mit einem Haarföhn trockneten und versorgten.
Dann wurde der Himmel wieder klar und war voller Sterne.
Montag, 17. Februar 2014
Sonntag, 9. Februar 2014
Luxuriöser geht es nicht mehr
Der Cello Workshop mit den 3 Mädchen aus Otjiwarongo begann am Samstag Morgen und endete am Sonntag Abend im APC Tsumeb. Pünktlich erchienen sie, und gleichzeitig standen auch 6 Jugendliche aus dem APC Tsumeb da, die alle sich als Cello Lehrer anboten. Ich habe doch nur einen bestellt, den Bongani! Doch die andern begründeten Ihr Erscheinen damit, im Falle der Unzuverlässigkeit des beauftragten Lehrers müssten sie das Image des APC's Tsumeb retten. Nun bekam jede Schülerin 2 Lehrer: Einer sass rechts und der andere links vom Mädchens, und alle waren sehr eifrig im Wettbewerb, der bessere Lehrer zu sein. Sie hatten recht; denn der beauftragte Lehrer erschien eigentlich nur zum Essen, und am 2, Tag kam er gar nicht mehr.
Freitag, 7. Februar 2014
Nimm meinen Bruder
Ein Mann in den 30ern erschien mit einem Jugendlichen im APC und fragte bescheiden, ob wir nicht seinen 18 jährigen Bruder in Musik, Malen, Drama und Gesang ausbilden könnten; denn er wolle nicht, dass dieser Junge dasselbe Schicksal erleide wie er selbst. Dann zeigte er mir sein linkes Bein, das hochgeschwollen war und offene Wunden aufwies, die nicht mehr zuheilten. "AIDS", dachte ich. "Arsenvergiftung", sagte er mit einer heiseren Stimme, wobei seine roten Augen tränten.
Dieser Mann hatte in der Tsumeb-Mine gearbeitet, wo das Kupfer aus Rumänien eingeführt und geschmolzen wird. Der dabei entstehende Dampf ist arsenhaltig. Der Mann ist nun arbeitsunfähig geworden, wie viele seiner Kollegen, die auch keine Kinder mehr zeugen können, denn das Arsen hat sie alle unfruchtbar gemacht.
Nun kommt dieser Jugendliche täglich ins APC und sichtlich ist er froh, so viele Fächer belegen zu dürfen. Eltern hat er keine mehr, und so ist das APC für ihn ein Heim geworden.
Dieser Mann hatte in der Tsumeb-Mine gearbeitet, wo das Kupfer aus Rumänien eingeführt und geschmolzen wird. Der dabei entstehende Dampf ist arsenhaltig. Der Mann ist nun arbeitsunfähig geworden, wie viele seiner Kollegen, die auch keine Kinder mehr zeugen können, denn das Arsen hat sie alle unfruchtbar gemacht.
Nun kommt dieser Jugendliche täglich ins APC und sichtlich ist er froh, so viele Fächer belegen zu dürfen. Eltern hat er keine mehr, und so ist das APC für ihn ein Heim geworden.
Donnerstag, 6. Februar 2014
Neuer Regenschirm
Es strömt, blitzt und donnert. Niemand wagt sich sich auf die Strasse, ausser die Kinder und Jugendlichen vom APC müssen noch vor der Dunkelheit heimgehen, und bald wird diese Strasse zu einem fliessenden Bach. Das grüne Plastictuch, das eine Gruppe unserer Geigenschüler sich über die Köpfe spannt, "entlehnte" sie einem Keyboard.
So verschwinden immer wieder Dinge im APC, ohne zu wissen, dass man so etwas "stehen" nennen kann.
So verschwinden immer wieder Dinge im APC, ohne zu wissen, dass man so etwas "stehen" nennen kann.
Montag, 3. Februar 2014
Spiele gesucht
Kinder, welche ihre Musik-oder Mallektionen fertig haben und noch nicht in ihre Hütten "heim"gehen wollen, haben die Möglichkeit,sich auf der Bühne mit Spielsachen zu beschäftigen. Spielen können sie zu Hause nicht; denn da fehlt der Platz und auch die Spiele. Das Spielen ist für Kinder so wichtig. Gerne würden mehr Kinder dabei sein, doch dafür haben wir zu wenig Spielsachen.
Wer uns Spielsachen schenken möchte,fände bei uns im APC die dankbarsten Abnehmer.
APC Arts-Performance Centre , P.B. 223 Tsumeb Namibia. Das wäre unsere Adresse.
Wer uns Spielsachen schenken möchte,fände bei uns im APC die dankbarsten Abnehmer.
APC Arts-Performance Centre , P.B. 223 Tsumeb Namibia. Das wäre unsere Adresse.
Genau wie die Reichen
Nach der ganztägigen holprigen Fahrt wollten wir uns noch beim Verlassen der Etosha einen Kaffee genehmigen. Es gab, wie immer, dazu die feinen Biskuits. Als ich von der Toilette zurückkam, waren die Biskuits weg; so ganz unbemerkt und "heimlifeisst" hockte der hamsterähnliche Mangoose hinter mir und knabberte. Dieses Tier wird nie ins Himmelreich eingehen: denn er bereichert sich unmerklich am Gut, das nicht ihm gehört, doch der schwarze Kaffee träufelt gut durch das Nadelöhr.
Sitzende Giraffe
Gestern nahm ich Zeit, um mit den Volontärinnen Peggy und Anna, einen Ausflug in die Etosha zu machen.
Da sah ich etwas, was ich noch nie zu Gesicht bekam: Sitzende Giraffen. 11 Monate anhaltende Dürre, wo es nur spärlich Nahrung gab, und jetzt auf einmal das saftige Grün nach einigen Tagen Regen. Vermutlich haben sie sich so voll gefressen, dass ihre Beine sie nicht mehr zu tragen vermögen.
Und erst diese dickbauchigen Elefanten, wo ihnen im letzten Dezember noch die Rippen hervorstanden, erfreuen sich besonders an den grünen Ästen.
Da sah ich etwas, was ich noch nie zu Gesicht bekam: Sitzende Giraffen. 11 Monate anhaltende Dürre, wo es nur spärlich Nahrung gab, und jetzt auf einmal das saftige Grün nach einigen Tagen Regen. Vermutlich haben sie sich so voll gefressen, dass ihre Beine sie nicht mehr zu tragen vermögen.
Abonnieren
Posts (Atom)