Montag, 17. Juli 2017

In einer schönen Umgebung lernt man leichter

Dieser Junge spielt schon eine lange Weile auf dem F-Horn. Mit grösster Geduld und Konzentration übt er die langen runden Töne und merkt dabei kaum meine Anwesenheit. Als ich ihn dann fragte, ob er Freude am Hornspielen habe, lächelte er zufrieden zurück: Es ist so schön hier.

Sonntag, 16. Juli 2017

Macron hinterschaut die Armut Afrikas

Wenn Macron sagt, dass jede afrikanische Frau im Schnitt 6 bis 7 Kinder in die Welt stellt, wird Afrika nie aus der Armut heraus kommen.
Wenn ich irgendwo ein Kind fotografieren  möchte, schnellen blitzartig Kinder herbei, um auch auf dem Bild Platz zu haben und  lachen mit ihren wunderschönen Gesichtern.
Doch ich werde jeweils schon etwas nachdenklich: "Wer gibt ihnen einmal eine Arbeit?" Mehr als die Hälfte der jetzigen Schulabgänger/innen finden weder einen Studienplatz noch eine Arbeit. Wenn ich durch das Wellblech Hüttenviertel fahre, muss ich sehr aufpassen, kein Kleinkind vor dem Auto zu übersehen. Da wimmelt es nur so von Kindern und herumstehenden Jugendlichen.Unser APC hat im Moment starken Zuwachs von Kindern; einige unserer Lehrer sind überfordert mit all der Lebendigkeit fertig zu werden.
Da gibts die wilden Strassenkinder, die alles stehlen, was nicht ihnen in die Hände fällt, dann die Fleissigen, die wissen, was sie wollen, dann jene, die zuerst nach Brot betteln, da sie sich sonst nicht konzentrieren können, und auch wenige Weisse, die geduldig warten, bis ein Lehrer oder eine Lehrerin Zeit findet, sie in Musik, Malen oder Tanz zu unterrichten.

Freitag, 14. Juli 2017

Das APC wird qualitativer

Jeden Freitag um 17°° wird mit allen Schülern und Lehrern das sogenannte student-meeting abgehalten, d.h. ein Meeting, wo alle Teilnehmer/innen ihre Anliegen, Verbesserungsideen, Reklamationen oder auch Komplimente anbringen können. Es wird diskutiert.
So ein Meeting ist einmalig hier in Namibia; denn woanders können denn die Kinder mitreden, Vorschläge zu einer Verbesserung vortragen? Hier wird Demokratie gelernt. Das Publikum ist sehr gemischt: Europäer, Asiaten, und von allen 12 Stämmen Namibias gibt es welche, sogar die San (Buschleute) sind vertreten.

Dazwischen tragen Kinder ihre neu erlernten Musikstücke vor. Auch das ist eine gute Übung, sich auf einer Bühne vor einem Publikum darzustellen und Hemmungen zu verlieren.

Neue hilfreiche Freiwillige im APC

Sarah Gross aus Wien half letztes Jahr kräftig mit, eine kleine Brass-Band aufzubauen, welche in mitten des Blechhüttenviertels Kuvukiland wöchentlich ein Abendständchen boten.
Nun ist sie wieder angereist, diesmal wird sie 2 Monate bleiben. Am ersten Tag unterrichtet sie schon Kinder in F-Horn.

Dienstag, 11. Juli 2017

Zusammen sind wir stark

 Diese Trompeten Spieler, zu Beginn des  Semesters neu zusammen gestellt, kennen sich auf einmal so gut, dass sie immer beieinander sein wollen, sogar in der Freizeit, auf der Strasse, und überall, wo es nur möglich ist: Wir sind eine Gruppe, wir gehören zusammen
links: Die Trompetenlehrerin Rebekka
 Und auch diese beiden 17 jährigen Mädchen sind weder voneinander, noch von der Harfe zu trennen. Sie kommen täglich nach der Schule ins APC, spielen sogar die gleichen Musikstücke, und am Ende der Übungsstunde sagen beide zusammen, dass es im Magen mangels Essen etwas knurre.
Nachts erscheinen sie wieder gemeinsam, um in diesem Harfenraum ihre Schulaufgaben zu erledigen. Trotz gefährlichen Heimweges in der Nacht bevorzugen sie den Harfenraum. Wenn ich ihnen die Begleitung des Nachtwächters nach Hause anbiete, lehnen sie ab: "Zu zweit sind wir stark genug, wir fürchten uns nicht."
Diese Giraffen Gruppe fühlt sich als Gruppe ebenso stark und schauen stolz auf das heran rollende Auto. Ein Tier allein würde sich erheben und dann schnellsten davon rennen.

Sonntag, 9. Juli 2017

wann ist das Leben ein Irrtum?

Friedrich Nietzsche schrieb:

OHNE MUSIK IST DAS LEBEN EIN IRRTUM

Früher dachte ich, dass Nietzsche mit dieser Behauptung nicht richtig liegt; denn er ist ja ein Dichter und kein Musiker;
doch heute mit so viel Musik Erfahrung bei afrikanischen Jugendlichen muss ich sagen, dass er recht hat; denn ich habe unsere Kinder und Jugendlichen im Arts-Performance-Centre noch nie so zufrieden und fröhlich gesehen wie im gemeinsamen Musizieren. Auch einzelne Kinder erfreuen sich beim Spielen, vor allem dann, wenn ihre Töne rein klingen.



Sonntag, 2. Juli 2017

Bitte, helft uns weiter


Es wäre doch sehr schade, könnten diese Jugendlichen nicht mehr zusammenspielen und nicht mehr so fröhlich sein.
Auf der Strasse ist das Leben zu hart, zu gefährlich, und sie würden dort verrohen.

Hier fühlen sie sich daheim und können Zukunftspläne schmieden.






Und diese 4 bis 6 Jährigen kommen täglich von 14 bis 17°° in die frühmusikalische Erziehung.
Das Geld reicht vielleicht noch für einige Monate, und dann? Ist Schluss ? Das darf nicht so weit kommen.
Die Regierung hat sich bankrott erklärt;
die meisten Eltern könnten die Lektionen gar nicht bezahlen;
viele Kinder haben gar keine Eltern mehr und wohnen bei Grossmüttern, die schon zu viele Ausgaben haben;



Oder diese beiden Schönheiten, die es dank ihrem guten Willen schon zu einem bemerkenswerten Level in Harfe gebracht haben,
müssten ihren stolzen Traum, Harfenistin zu werden, wieder begraben. Das wäre zu schade.
Die beiden werden bereits angefragt, an Hochzeiten und andern Festen zu spielen, wo sie etwas Geld bekommen. Daraus bezahlen sie Bücher und Uniformen für die Schule.


Die Spendengelder sind rückläufig, und unser Arts-Performance-Centre wird niemals selbsttragend sein, da ja jedes Jahr viele neuen Kinder kommen und jene, die all die Jahre die Erziehung im APC durchliefen, einen guten Job gefunden haben, entweder als Musik-Kunst-oder Mallehrer. Einige sind Band Mitglieder in der NAVI oder Polizei oder Militär. Niemand ist zur Strasse zurückgekehrt oder sonst wie verroht worden.
Darum, weil es so wichtig ist, dass gerade Afrikaner eine Arbeit haben und dabei zufrieden sind, müsste dieses APC nicht eingehen, weil einfach die Finanzen fehlen.
Wenn ich den Tagesanzeiger für die Auslandschweizer lese, werde ich oft nachdenklich gestimmt; denn da wird von Millionen und Milliarden Schweizerfranken geschrieben, die verhöckert werden.
Ich frage mich, warum es so schwierig ist, auf meine Bettelbriefe an Schweizer Banken, Musik -Hochschulen und Manager, die ihre Konten überfüllt haben, positiv zu antworten.
Nie kommt eine Antwort zurück.
Nur ein einziger reicher Mann schrieb zurück, dass er uns leider nicht helfen könne, da er bereits ein Kinder Hilfswerk in Kenia unterstütze. Es war der damalige Bundesrat Blocher.