Sonntag, 18. Dezember 2022

Letzter Tag der Musikwoche am Meer

    

Diesen  Jelly Fisch entdeckt man beim Schwimmen im Meer erst, wenn er auf der Haut klebt und brennt. Heute Nachmittag hatten wir alle frei, einige gingen schwimmen, die aber Angst bekamen, als jemand diesen giftigen Jelly Fish entdeckte, und sie zogen vor, 
Strassenmusik zu machen. Da müssen sie nicht ums Leben kämpfen und erhalten erst noch viele Münzen in den Geigenkasten

Eine andere Gruppe fuhr nach Cape Cross, das bekannt ist für die Millionen von See-Löwen.

Soweit das Auge reicht, sind nur Seelöwen zu sehen. Ein ausgewachsener Seelöwe misst etwa 2 Meter und ist recht dick. Es ist Gebärzeit, weshalb die Weibchen ans Land kommen. Der Lärm dieser blöckenden Tiere lässt unsere Stimmen verstummen, wir hören uns gegenseitig nicht mehr. Diese Neugeborenen haben noch ein schwarzes und sehr weiches Fell. Es ist interessant, wie die Mutter den Ton ihres Babies schon von 500 m weit her erkennt und sich durch die Menge zum Kleinen durchdrängt.

Die 3. Gruppe unserer Jugendlichen lief der Meeresküste nach Süden entlang. Auch da gab es viele Neuigkeiten zu sehen. Ich lief mit dieser Gruppe. Das erste Mal sah ich einen Comaran. Dieser Vogel stürzt sich regelrecht auf einen Gegenstand an der Küste, würgt seinen gefangenen Fisch in den Hals, schlock ihn aber nicht, sondern trocknet sich zuerst seine Federn durch nervöses Flattern der Flügel im Wind, und bevor er selbst den Fisch geniessen kann , fliegt ein grösserer Comaran herbei und drückt seinen Schnabel in den Hals des andern, um seine Beute herauszureissen. Kurz gibt es Streit, und anschliessend legen sie ihren Kopf seitwärts drehend auf den Rücken und schlafen






 

Mittwoch, 14. Dezember 2022

Auch diesen Erfolg nur dank der Sponsoren

 

Die Dirigentin Hendi Krog aus Süd Afrika dirigiert das Swakopmunder Orchester mit grossem Elan. Die meisten Musizierenden stammen ursprünglich vom APC Tsumeb und APC Oshikuku.
Dazu eine Geschichte aus dem 1. Besuch des APC's an der Musikwoche in Swakopmund:
Vor 15 Jahren nahm ich mit 9 Jugendlichen das 1. Mal an dieser Musikwoche teil.
Bei der Anmeldung am Eingang dieses Konzertsaales stellte ich die 9 Kinder dem Leiter vor. Da fragte er mich, ob diese da (er zeigte auf die schwarzen Kinder) diese Dinge da am Boden (er zeigte auf die Geigenkasten) spielen können. Da antwortete eines der Mädchen laut und freundlich, dass diese Dinge da am Boden keine Dinge seien, sondern schön tönende Geigen. Da brachte der Leiter den Mund für eine Weile nicht mehr zu,  begann plötzlich zu lachen und fragte das aufgeweckte Mädchen, ob es ihm etwas darauf vorspielen könnte. Prompt nahm es die Geige aus dem schwarzen Kasten und begann  das Lied "Malaika" so laut und schön zu spielen, dass die wartende Reihe diese Melodie mitzusingen begann. Am Ende wurde geklatscht. Dann sagte der Leiter lachend:" Gut, Frau Hidber, gehen Sie mit dieser kleinen Bande in den Saal und warten Sie auf die Namensschilder ." 
 Die Musikwoche wurde noch während der Deutschen Kolonialzeit in Swakopmund gegründet und wurde jeweils im Dezember 10 Tage lang durchgeführt, die mit einem Konzert für die Öffentlichkeit endete. Als erstmals Schwarze daran teilnahmen, bemerkte ein Mann, dass APC diese Musikwoche farbig mache. Die Kinder spielten herrlich, und der Leiter forderte mich am Schluss auf, nächstes Jahr wiedeer zu kommen, aber bitte mit mehr Teilnehmern. Ich dankte und versprach:"Sicher, sofern das Geld dazu reicht:!" Und siehe da: DIE SPONSOREN MACHTEN DIES MÖGLICH, JEDES JAHR ZU KOMMEN.
Heute abend gab es ein interessantes Lehrer-Konzert, vorgeführt von meist schwarzen Lehrern, die alle ursprünglich vom APC stammen. Einige von ihnen unterrichten heute noch im APC Tsumeb und Oshikuku. Es herrschte eine wunderbare Stimmung unter den Spielern, so wie unter den Besuchern; sogar der Stadtrat zeigte sich erfreut.

Das machten alle APC Sponsoren möglich

 Letzten Sonntag wurde es dank den Senden aus der CH, Österreich und Deutschland möglich, mit 25 Kindern und Jugendlichen in die internationale Musikwoche nach Swakopmund am Benguela Meer zu fahren; und am Montag reisten noch 5 weitere Spieler vom APC nach.

Hier offerierte uns die Gemeinde Swakopmund 6 dieser originellen Bungalows zu einem verbilligten Preis, weil APC diese Stadt durch die Musik berühmter macht als sie bereits schon ist.
Hier unterrichtet Ndatoolewe 24 Jugendliche aus allen Teilen Namibias in Blockflöte. Einige unserer APC Lehrer und Lehrerinnen werden hier in Swakopmund als sehr gut erkannt und für diese Musikwoche als  Unterrichtende angestellt. Es ist wirklich eine Kunst, so viele Jugendliche wie Ndatroolewe es hier tut, während Stunden in Blockflöte so zu begeistern, dass alle verstehen, was sie spielen und somit wirklich Musik machen, die allen Freude bereitet. Am Ende wurde sie laut herausgeklatscht.





Dienstag, 13. Dezember 2022

Dieser Krieg wird ignoriert

Dieser APC-Garten sieht paradiesisch aus, gepflegt und bewässert von einem Arzt aus dem Flüchtlingslager.
Dr. Robert bessass eine Klinik in Como (Osten der demokratischen Republik Kongo),wo er speziell misshandelte Kinder pflegte.
Eines Tages rannte eine der 57 im Kongo existierenden Rebellengruppen in diese Klinik, erschossen die Kranken, zündeten das Gebäude an und suchten Dr. Robert, um ihn zu quälen, aber sie fanden ihn nicht. Er rannte um sein eigenes Leben tief in den Wald, wo er den Rebellen entkam und floh bis nach Namibia. Hier wurde er als Gast ( so nennen die Namibier die Flüchtlinge) aufgenommen und im Flüchtlingslager (OSIRE) freundlich aufgenommen. Robert hatte Glück; denn seine Frau, die am gleichen Tag aus Como floh, traf ebenfalls in Osire ein, aber leider ohne ihre beiden Kinder, die auf der Flucht an Malaria und Typhus starben.
All dies geschah im Jahr 2021.
Die namibianische Flüchtlingspolitik ist eine andere als jene in Europa. Hier sollten die Gäste nach der psychologischen Betreuung eine Arbeit suchen.
Im APC konnte ich dieses Jahr schon 4 Menschen aus Osire einstellen. Es sind die liebsten, zuverlässigsten und dankbarsten Arbeiter. Sie wissen um den Wert des Lebens und tragen nicht nur für ihr eigenes, sondern auch für das Leben der Mitarbeiter/innen Sorge. Dr. Robert arbeiter bei uns als Gärtner solange, bis er seine Diplome von der Universität, wo er studierte, zugeschickt bekommt. Erst wenn er die richtigen Papiere hat, kann er sich hier als Arzt bewerben.

Der Osten Kongos ist sehr reich an Bodenschätzen, besonders an Diamanten und Kobald,das man zur Herstellung all der Handys, Computers und Silizium Batterien benötigt. Wer an solchen Mineralien- Minen beteiligt ist, wird schnell sehr reich. Deshalb gibt es im Kongo 57 Rebellengruppen, die sich einander bekämpfen, um an diese Mineralien zu kommen. Oft werden Kinder gestohlen, die dann unter Qualen in Minen arbeiten müssen. Will ein Kind wegrennehn, wird ihm die Haut von der Fusssohle abgezogen, oder wenn sie zusammenbrecen, werden sie als wertloses Zeug erschossen. Eltern die ihre Kinder suchen, werden ebenfalls erschossen. 
Ich höre in den Medien nur immer vom Putin Krieg. Der ist ja schon teuflisch genug. Aber wer berichtet schon von diesem Krieg im Kongo?? Dieser grausame Krieg in Afrika hilft eben dem Reichtum der ersten Welt.








 

Donnerstag, 8. Dezember 2022

Martha, die Hilfslehrerin für Geige

Die 15 jährige Martha ist Geigen-Lehrerin im APC. Sie unterrichtet 2 Stunden nach der Schule am späten Nachmittag. Abends geht sie nach Hauese, d.h. in ihre Blechhütte, wo sie mit ihrer Mutter zusammen den Hirsepapp, die einzige Mahlzeit der Familie, auf dem Feuer vor der Hütte vorbereitet. Ihr Vater ist schon längst tot. Der älterer Bruder zieht in ganz Namibia umher, um eine Arbeitsstelle zu finden. Ihre beiden kleinen Geschwister besuchen die 3. und 5. Klasse, und ihre Mutter versucht ihre aus Palmblättern gebastelten Körbchen in einem Souvenirladen zu verkaufen. Aber oft bringt sie nichts nach Hause, dann kann Martha aus ihrem Hilfslehrerlohn, der im Schnitt per Monat sfr. 40.- beträgt, die Geschwister ernähren und der Gemeinde das Trinkwasser bezahlen. Die Kleider bekommt sie von mir. Sie besucht die Maturaklasse und weist sehr gute Zeugnisse vor.
Dank ihrer Intelligenz ist sie die Hoffnungsträgerin der Familie.

Ähnliche Schicksale teilen viele APC Lehrer und Lehrerinnen. Im Unterschied zu Martha gehen sie nicht mehr zur Schule und somit können sie den ganzen Tag im APC unterrichten, putzen, lernen, um ihre erforderlichen Abschlüsse in ihren Instrumenten zu erreichen. Ihr Lohn ist bei jedem und jeder der Leistung angepasst, der
im Maximum 400.- sfr. betragen kann, genug, um ein anständiges Leben unterer Klasse führen zu können. Wir haben sehr strenge Verhaltensregeln im APC. Dies hatte dazu geführt, dass nun die meisten von ihnen nächste Woche in die internationale Musikwoche zum mitspielen und zum Teil sogar als Lektoren angefragt wurden. Wir werden mit 25 Kindern und Lehrern an den Ozean nach Swakopmund fahren.
Für mich ist das etwas Ferien, weil ich im Benguela Meer schwimmen kann. Meine ersten Ferien seit 4 Jahren. Und die drückend Hitze lassen wir in Tsumeb zurück, wenigstens für eine Woche

Montag, 5. Dezember 2022

das erste Netto-Null-Dorf Afrikas

Die Region Daures, die 11350 Menschen zählt, ist eines der ärmsten Regionen Namibias; hier müssen 80% der Einwohner mit einem einzigen U$ pro Tag auskommen. Und gerade hier ist das erste grüne Wasserprojekt als erstes in Afrika entstanden, das erste Netto-Null-Dorf Afrikas.

In dieser trostlosen Legend in der namibianischen Waste entsteht das erste  Null-Netto Dorf Afrikas. Hier erhalten zuerst einmal 1000 Menschen Arbeit. Man hat genügend Grundwasser unter dieser Wüste gefunden, mit Wind und Solarenergie bedeuten die grünen Wasserprojekte NEUES LEBEN

Sonntag, 4. Dezember 2022

Orchesterprobe, eines der schönsten Erlebnisse

 

Wenn über 30 Kinder und Jugendliche zwei Mal in der Woche zum Üben eines Musikstückes zusammenkommen, erleben sie die schönsten Momente im APC: Man versteht einander über ein Medium, das viel Freude und Genugtuung bereitet. Hier gibt es weder Missverständnisse noch schlechte Gefühle. Und wenn der Dirigent noch gut vorbereitet ist und beim Dirigieren keine Noten mehr braucht, sondern zu den einzelnen Personen schauen kann, fühlen sich alle eine harmonische Einheit. Das war nicht immer so. Aber heute ist die Entwicklung schon besser vorangekommen. So trägt gemeinsames Musizieren wirklich zum Frieden bei. 
Sicher Dank Eurer stetigen finanzieller Unterstüzung wurde so etwas möglich.