Dienstag, 11. Juli 2017

Zusammen sind wir stark

 Diese Trompeten Spieler, zu Beginn des  Semesters neu zusammen gestellt, kennen sich auf einmal so gut, dass sie immer beieinander sein wollen, sogar in der Freizeit, auf der Strasse, und überall, wo es nur möglich ist: Wir sind eine Gruppe, wir gehören zusammen
links: Die Trompetenlehrerin Rebekka
 Und auch diese beiden 17 jährigen Mädchen sind weder voneinander, noch von der Harfe zu trennen. Sie kommen täglich nach der Schule ins APC, spielen sogar die gleichen Musikstücke, und am Ende der Übungsstunde sagen beide zusammen, dass es im Magen mangels Essen etwas knurre.
Nachts erscheinen sie wieder gemeinsam, um in diesem Harfenraum ihre Schulaufgaben zu erledigen. Trotz gefährlichen Heimweges in der Nacht bevorzugen sie den Harfenraum. Wenn ich ihnen die Begleitung des Nachtwächters nach Hause anbiete, lehnen sie ab: "Zu zweit sind wir stark genug, wir fürchten uns nicht."
Diese Giraffen Gruppe fühlt sich als Gruppe ebenso stark und schauen stolz auf das heran rollende Auto. Ein Tier allein würde sich erheben und dann schnellsten davon rennen.

Sonntag, 9. Juli 2017

wann ist das Leben ein Irrtum?

Friedrich Nietzsche schrieb:

OHNE MUSIK IST DAS LEBEN EIN IRRTUM

Früher dachte ich, dass Nietzsche mit dieser Behauptung nicht richtig liegt; denn er ist ja ein Dichter und kein Musiker;
doch heute mit so viel Musik Erfahrung bei afrikanischen Jugendlichen muss ich sagen, dass er recht hat; denn ich habe unsere Kinder und Jugendlichen im Arts-Performance-Centre noch nie so zufrieden und fröhlich gesehen wie im gemeinsamen Musizieren. Auch einzelne Kinder erfreuen sich beim Spielen, vor allem dann, wenn ihre Töne rein klingen.



Sonntag, 2. Juli 2017

Bitte, helft uns weiter


Es wäre doch sehr schade, könnten diese Jugendlichen nicht mehr zusammenspielen und nicht mehr so fröhlich sein.
Auf der Strasse ist das Leben zu hart, zu gefährlich, und sie würden dort verrohen.

Hier fühlen sie sich daheim und können Zukunftspläne schmieden.






Und diese 4 bis 6 Jährigen kommen täglich von 14 bis 17°° in die frühmusikalische Erziehung.
Das Geld reicht vielleicht noch für einige Monate, und dann? Ist Schluss ? Das darf nicht so weit kommen.
Die Regierung hat sich bankrott erklärt;
die meisten Eltern könnten die Lektionen gar nicht bezahlen;
viele Kinder haben gar keine Eltern mehr und wohnen bei Grossmüttern, die schon zu viele Ausgaben haben;



Oder diese beiden Schönheiten, die es dank ihrem guten Willen schon zu einem bemerkenswerten Level in Harfe gebracht haben,
müssten ihren stolzen Traum, Harfenistin zu werden, wieder begraben. Das wäre zu schade.
Die beiden werden bereits angefragt, an Hochzeiten und andern Festen zu spielen, wo sie etwas Geld bekommen. Daraus bezahlen sie Bücher und Uniformen für die Schule.


Die Spendengelder sind rückläufig, und unser Arts-Performance-Centre wird niemals selbsttragend sein, da ja jedes Jahr viele neuen Kinder kommen und jene, die all die Jahre die Erziehung im APC durchliefen, einen guten Job gefunden haben, entweder als Musik-Kunst-oder Mallehrer. Einige sind Band Mitglieder in der NAVI oder Polizei oder Militär. Niemand ist zur Strasse zurückgekehrt oder sonst wie verroht worden.
Darum, weil es so wichtig ist, dass gerade Afrikaner eine Arbeit haben und dabei zufrieden sind, müsste dieses APC nicht eingehen, weil einfach die Finanzen fehlen.
Wenn ich den Tagesanzeiger für die Auslandschweizer lese, werde ich oft nachdenklich gestimmt; denn da wird von Millionen und Milliarden Schweizerfranken geschrieben, die verhöckert werden.
Ich frage mich, warum es so schwierig ist, auf meine Bettelbriefe an Schweizer Banken, Musik -Hochschulen und Manager, die ihre Konten überfüllt haben, positiv zu antworten.
Nie kommt eine Antwort zurück.
Nur ein einziger reicher Mann schrieb zurück, dass er uns leider nicht helfen könne, da er bereits ein Kinder Hilfswerk in Kenia unterstütze. Es war der damalige Bundesrat Blocher.

Freitag, 23. Juni 2017

Ich trage meinen Bruder


Als ich heute Abend mit unserer neuen APC Sekretärin einen Kaffee trinken ging, rief mich ein Arbeiter des Musik Instrumenten- Workshops  vom APC an und bat mich dringend, zum Spital Eingang zu kommen und den Geldbeutel nicht zu vergessen. Ich fragte verwundert, was da mit ihm schon wieder los sei; worauf er antwortete, dass er seinen Bruder ins Spital trage. Seine Stimme tönte bedrückend und ernst. Also fuhr ich zum nächsten Bankautomaten, um das Loch im Portemonnaie etwas zu verkleben. Gerade als ich die Handtasche wieder schliessen wollte, stand ein Mann dicht neben mir und wollte mir angeblich helfen. Schnell schob ich meine rechte Hand nach hinten und machte jene Bewegung zur Schiessbereitschaft, und dann rannte der Mann weg. (Dieser Hand-Bewegungs-Trick verriet mir einmal die Polizei.) Im Spital angekommen, öffnete mir ein bewaffneter Wärter die Glastür. Am Boden lag ein junger Mann; rund um ihn standen viele Leute und der Arbeiter vom APC, der ihn hier her getragen hatte. Er bat mich um N$ 50.-, die er dann einer Nurse in die Hand drückte, und während diese ihn am Boden kniend wieder wach spritzte, erzählten mir die herumstehenden Leute folgende Geschichte: Dieser Mann da am Boden sei verdächtigt worden, einen Fernseher aus dem Nachbarhaus entwendet zu haben. Als ihm der Nachbar mit der Polizei drohte, sei er bewusstlos umgefallen. Aber er sei nicht der Dieb gewesen, sondern ein anderer Junge hätte den Fernseher  gestohlen." Ja, es war ein anderer," rief eine Frau, die den Vorgang beobachtet hatte.
Langsam begann der Mann am Boden die Augen zu öffnen und wurde mit Hilfe der Dabeistehenden wieder aufgerichtet und zum Auto geführt. Bevor ich zum Einsteigen kam, drängte sich eine Gruppe auf die hinteren Sitzreihen, und dann begannen alle im Chor zu danken. Der APC Worker vorne auf den Nebensitz wies mir den Weg zum Armenviertel, ein Weg wie ein Bachbett; und endlich schaffte ich es dorthin, wo alle ausstiegen und sich herzlich bedankten.

Dienstag, 13. Juni 2017

Bunter geht es nicht mehr

So etwas Buntes gibt es in Namibia nur selten:
4 bis 60 Jährige nehmen im APC Musik-Unterricht
Menschen mit den unterschiedlichsten Hautfarben, von pechschwarz bis kreideweiss, erfreuen sich an den Musik- Lektionen und am gemeinsamen Spiel,
Lektionen in allen klassischen und traditionellen afrikanischen Instrumenten werden erteilt und auch zusammen gespielt
Das ist das APC Tsumeb.
Wenn Mozart heute leben und das APC besuchen würde, wäre er sicher ein ständiger Gast und würde hier komponieren ohne Ende; denn hier pulsiert das Leben.

Samstag, 3. Juni 2017

Hotel Zimmer wie für Könige

Heute mussten wir 7 Marimba Spieler und ich aus dem Hotel Uhland ausziehen, weil es mit Touristen voll besetzt wurde. Ich bat die Hotel-Leitung eingehend, uns eine andere Unterkunft für diese letzte Nacht zu suchen; denn ich wage es nicht, nach Mitternacht mit all den Jugendlichen noch 500 km nach Tsumeb zu fahren. Die Strecke gilt als sehr gefährlich, und jedes Wochenende gibt es einige Verkehrstote auf dieser Strasse. So etwas kann ich mir unmöglich leisten.
Das war auch für die Hotel Leitung einleuchtend, worauf sie sehr beschäftigt war, uns eine Unterkunft in Windhoek zu suchen, nur noch für eine Nacht. Morgen müssen wir den Stand an der Tourismus Messe abräumen gehen. Die Messe endete zwar heute um 22°°; aber aus Sicherheitsgründen dürfen die Leute ihre Stände erst am Sonntag Morgen abräumen gehen.
Der Leiter des Uhland Hotels fand endlich eine Unterkunft im Gäste Haus Klein Windhoek. Er reservierte für uns 3 Zimmer: Eines für mich und 2 für die 7 Jugendlichen. Alles war schriftlich vereinbart, und ich erhielt einen klaren Reservierungszettel.
So fuhr ich einige Minuten vor 22°° zu diesem Gästehaus. Dieser Leiter an der Rezeption wusste von nichts und sagte, dass er für uns keine immer bereit gestellt hätte. Erst als ich ihm den Reservationszettel zeigte, musste er Zimmer suchen gehen, was sehr lange dauerte.
3 Zimmer gab er uns, wunderschöne Hotel Zimmer, die ich in Namibia noch nie gesehen hatte: Weinausladende Betten, Schränke und Tische  aus Edelholz. Böden aus weissem Marmor, alles nur grösster Luxus. UND DIES ALLES NUR FÜR SFR. 60..- PER ZIMMER und dann erst noch eine erstklassige , übergrosse Pizza für sfr. 6.- pro Person.
So etwas Grossartiges an Unterkunft-Service habe ich noch nie erlebt.

wunderbares Afrika


Das ist alles life, auf Videos und Prospekten an der Touristen Expo, wo unsere Marimba Spieler den besten Stand erhielten, zu sehen und zu erlaben.
Vielleicht machen wir dieses Jahr wieder den besten Preis, damit wir den guten Namen in Namibia behalten können und wiederum gratis den Stand bekommen.
Die Spieler sind gut, doch es ist sehr viel Arbeit, diese Pubertät Leute immer am Ball halten zu können. Es ist ermüdend, von 14°° bis 22°° andauernd zu spielen.
Trotzdem, es ist ein Erlebnis für alle Aussteller und Besucher, das wunderschöne Namibia wenigstens an einer Ausstellung erleben zu können.
Es scheint reich, erfolgreich , sozial und nutaur-und tierschützend zu sein; aber wer sich Zeit nehmen kann, zwischen den Ständen zu sehen oder die Zeitungen zu lesen, die an verschiedenen Ständen ebenfalls präsentiert werden, kann man die andere Wirklichkeit sehen, von der ich jetzt nicht schreiben kann; aber lest internationale Berichte über die Verteilung des Reichtums-- und dann